Explainer Videos (manchmal auch Promo Video genannt) sind wichtig, um deinen Kundenstamm zu erweitern. Während dein Logo und Branding der erste Eindruck sind, den Besucher von dir haben, erklärst du mit einem Explainer Video, wer du bist und was deine Mission ist. Du könntest dasselbe Ziel auch mit seitenweise Werbetext erreichen, aber ein Explainer Video ist wesentlich ansprechender, straffer und lässt sich besser teilen.

shooting a video in a kitchen
via Unsplash

So wertvoll Explainer Videos auch sind, kann es doch jede Menge Mittel erfordern, um sie professionell zu produzieren – Mittel, die du vielleicht nicht hast. Aber keine Sorge! Wir zeigen dir, wie du selbst ein großartiges Explainer Video drehst!

Was ist ein Explainer Video?

Mascot design showing a character in a lab coat presenting an idea
Von h2.da

Explainer Videos sind informative Videos, in der Regel weniger als 5 Minuten lang, die beschreiben, was ein Unternehmen macht oder wie ein Produkt funktioniert.

Sie sind keine Tutorials, sondern eher überzeugende Pitches, welche die Probleme der Kunden ansprechen und erklären, weshalb das jeweilige Produkt oder die Methode die Lösung ist.

Sie können animiert sein oder einfach aus einem Darsteller bestehen, der direkt in die Kamera spricht.

In der Regel findet man sie auf einer Unternehmenswebsite, aber sie eignen sich auch für Social-Media-Anzeigen oder Crowdfunding-Kampagnen.

Was macht ein gutes Explainer Video aus?

Ein gutes Explainer Video ist:

  • Kurz
  • Leicht verständlich und einprägsam
  • Persönlich und motivierend
  • Passend zur Marke
  • Eine Antwort darauf, weshalb dein Unternehmen existiert
  • Auf deine Zielgruppe zugeschnitten
  • So hochwertig wie möglich

Alles läuft auf eine Sache hinaus: Ein gutes Explainer Video erzählt eine gute Geschichte. Es ist eine Erklärung, aber es sollte den Zuschauer mit auf eine Reise nehmen – deine Reise. Es soll für Interesse sorgen.

Da wir nun geklärt haben, was ein Explainer Video ist, lass uns einmal schauen, wie man es erstellt.

Schritt 1: Wähle die Art deines Explainer Videos

Du denkst vielleicht, dass selbst die Produktion eines kurzen Explainer Videos für dein Unternehmen ungeheuer teuer ist. Aber das stimmt nicht unbedingt. Du musst nur deine Optionen kennen.

Es gibt viele verschieden Arten von Explainer Videos – von denen manche mit günstiger Ausrüstung und Software gemacht werden können. Selbst bei einem Video mit Realaufnahmen kannst du eine örtliche Produktionsfirma finden, mit der du arbeiten kannst. Oder du engagierst einen Filmemacher auf einer Plattform wie 99designs und erhältst eine hochwertige Videoproduktion für unter 1000 Euro.

Aber bevor du irgendetwas davon tust, musst du herausfinden, welche Art Explainer Video für dich funktioniert. Wir zeigen dir alle Optionen und erklären, wie sie funktionieren und wie viel sie kosten. In diesem Artikel unterteilen wir sie in drei Hauptkategorien, aber vergiss nicht, dass jede Hauptkategorie in viele weitere Unterkategorien aufgeteilt werden kann.

Animiertes Explainer Video

An animated explainer video for a roadside assistance app
Von SB.D

Was ist das?

Diese umfassende Kategorie von Explainer Videos enthält 2D- und 3D-Videos, Motion Graphics, Whiteboard-Animationen, bewegten Text und Stop-Motion-Animationen. Im Wesentlichen bestehen diese Videos aus animierten Grafiken, Musik, Typografie und Voiceover.

Für wen eignen sie sich?

Animierte Explainer Videos eignen sich gut, um Unternehmen ein freundliches, farbenfrohes Gesicht zu verleihen. Sie können die Stimmung bei ernsteren Themen wie Pannenhilfe auflockern oder ein trockenes Thema wie Finanzen unterhaltsamer machen. Whiteboard- und Typografie-Animationen sind ebenfalls hilfreich, um Schritt für Schritt komplexe Themen zu erläutern.

Wie viel kosten sie?

Auch wenn deine Animation nicht zu komplex sein muss, hat diese Form des Explainer Videos doch den höchsten Produktionswert. Es gibt leicht zu bedienende Drag&Drop-Software für alle, die es selbst machen wollen (mehr dazu in Schritt 4). Sei dir nur bewusst über die Qualität des Videos, die du mit dieser Methode erzielst – professionelle Animation kann aus gutem Grund sehr teuer sein.

Wenn du professionelle Hilfe in Erwägung ziehst, solltest du Designer, möglicherweise einen Art Director, Videoproduzenten und vielleicht einen Synchronsprecher engagieren. Manche Freelancer übernehmen viele dieser Aufgaben gleichzeitig und du kannst eine Plattform wie 99designs nutzen, um freiberufliche Animatoren zu finden. Abgesehen davon solltest du nicht vergessen, Budget für Nebenausgaben wie Stockbilder und Musiklizenzen einzuplanen.

Realfilm Explainer Video

Was ist das?

Bei einem Realfilm Explainer Video dreht man mit echten Menschen. Die am weitesten verbreitete Form dieses Explainer Videos besteht aus einem einzigen Darsteller (in der Regel der Unternehmensinhaber), der das Produkt oder die Dienstleistung erklärt und dabei direkt in die Kamera spricht.

Für wen eignen sie sich?

Diese Videos zeigen das menschliche Gesicht hinter dem Unternehmen und das ist super für den ersten Eindruck – also wenn dein Unternehmen komplett unbekannt ist oder noch gar nicht existiert (sagen wir für einen Pitch auf Kickstarter). Sie eignen sich auch für Unternehmen, hinter denen eine persönliche Geschichte oder Mission steht. Erzähle die Geschichte von Angesicht zu Angesicht und dein Publikum wird eine Verbindung zu dir aufbauen.

Wie viel kosten sie?

Das Budget für diese Videos hängt von deinen Zielen ab. Wenn du etwas möchtest, das wie eine Fernsehwerbung aussieht, solltest du wissen, dass jede Menge Equipment, eine große Crew und Geld benötigt wird (viele Budgets für TV-Spots bewegen sich im Millionenbereich).

Aber unterschätze nicht die starke Wirkung, die ein Video auf den Zuschauer haben kann, bei dem der Unternehmensinhaber aufrichtig spricht – und das zu weit geringeren Kosten. In diesem Fall kann ein geringerer Produktionswert deinem Video ein Gefühl von Authentizität und Persönlichkeit verleihen. Übertreibe es nur nicht – dein Video sollte immer noch so aussehen, als hättest du dir Mühe damit gegeben.

Screencast

Was ist das?

Ein Screencast ist die einfachste Art des Explainer Videos. Es erfordert in der Regel eine Bildschirmaufnahme und ein Voiceover und erklärt dem Betrachter, wie ein Produkt funktioniert. Es kann auch kleine Animationen anstelle eines Voiceovers enthalten, damit das Video auch ohne Ton angesehen werden kann.

An animated screencast explainer video
Von Adam Bagus

Für wen eignen sie sich?

Ein Screencast funktioniert nur für Softwareprodukte. Es ist vielleicht nicht der optisch ansprechendste Weg, um ein Produkt zu erklären, aber kann äußerst nützlich sein, um einen vereinfachten Prozess oder Arbeitsablauf zu erklären. Andere Explainer Videos geben Versprechen darüber ab, wie sehr ein Produkt dein Leben verbessern wird, aber ein Screencast  führt dies buchstäblich vor. Wenn das beste Verkaufsargument deines Produkts seine außergewöhnliche Funktionalität ist, solltest du diese Art Explainer Video in Erwägung ziehen.

Wie viel kosten sie?

Es geht nicht günstiger. Dein Computer sollte über eine eingebaute Bildschirmaufnahme verfügen. Abgesehen davon brauchst du ein Mikrofon und Bearbeitungssoftware für Video/Audio (siehe Abschnitt über Software in Schritt 4). Du kannst einen Synchronsprecher engagieren, wenn du möchtest, aber das ist nicht nötig, solange deine eigene Stimme nicht zu ablenkend ist.

Schritt 2: Script und Storyboard für dein Explainer Video

Sobald du dich für eine Art Explainer Video entschieden hast, kannst du dich daran machen, das Script dafür zu schreiben und mit einem Storyboard die Bilder zu planen. Selbst wenn das Script nur aus einem Absatz besteht und das Storyboard nur eine Szene enthält, wird es dir helfen, deine Vision zu festigen, klar zu machen, was du für deine Produktion benötigst und was nicht, und sicherstellen, dass deine Botschaft überzeugend ist, wenn du diese im Vorhinein zu Papier bringst. Schau dir unseren kompletten Guide dazu an, wie man ein fesselndes Video-Script schreibt.

Schritt 3: Wähle deine Location

Wenn du ein Realfilm Explainer Video drehst, musst du eine Location finden, die sinnbildlich für dein Unternehmen steht. Dies könnte dein Büro, deine Fabrik, dein Untersuchungszimmer oder etwas komplett anderes sein.

Egal wo du drehst, es ist immer hilfreich, Dinge zu verwenden, die typisch für deinen Beruf sind. Ein Anwalt sollte ein Regal voller Gesetzbücher haben, ein Musiker Instrumente und ein Arzt ganz andere Instrumente.

A video production of a person being interviewed in a library
via Unsplash

Achte darauf, dass im Hintergrund nicht zu viel los ist. Vergiss nicht, du bist der Mittelpunkt des Videos. Wir gehen darauf in Schritt 6 noch einmal ein, aber für den Moment musst du wissen, dass wenn im Hintergrund viel los ist, es weit weg sein muss, damit es nicht ablenkt.

Marketer wissen schon seit langem, dass das Interessanteste für einen Menschen ein anderer Mensch ist. Ich empfehle dringend, dein Promo Video mit einer Nahaufnahme von dir zu beginnen. Wenn du sprichst, wollen wir dich hören können.

Wähle also eine Location, die so ruhig wie möglich ist. Und ich meine wirklich ruhig. Stehe im Raum, schließe deine Augen und höre wirklich hin. Hörst du Verkehr durch das Fenster? Läuft dort ein Kühlschrank? Brummt die Klimaanlage?

All dies sind Probleme, mit denen du dich nicht bei der Postproduktion beschäftigen willst. Finde heraus, wie du möglichst viele dieser Geräusche abstellst oder herausschneidest, während du filmst.

Und kontrolliere zu guter Letzt die Beleuchtung. Hat dein Raum natürliches Licht? Kommt es von oben? Das ist schlecht. Kommt es von der Seite? Schon besser. Wird er von Leuchtstoffröhren beleuchtet? Dann schalte diese aus.

Schaue dir nun den Raum durch die Kamera an, die du verwenden wirst. Ist es dunkel? Dann wirst du ein paar Lichter brauchen. Ist es hell? Dann wirst du dennoch ein paar Lichter brauchen. Wir gehen dazu in Schritt 5 weiter ins Detail.

Schritt 4: Such dein Equipment zusammen

digital camera
via Unsplash

Kamera

Du brauchst nicht die tollste Kamera der Welt, da dein Video höchstwahrscheinlich bei Vimeo oder YouTube landen wird. Die meisten Kameras heutzutage filmen in HD und das ist für das Internet gut genug.

Es gibt allerdings ein paar wichtige Funktionen, die du haben solltest. Zunächst ist da die Blendensteuerung. Vereinfacht gesagt ist die Blende das Loch, durch das das Licht vom Objektiv in die Kamera gelangt. Bei einfacheren Kameras wird dies häufig „Helligkeit“ genannt.

Du musst auf jeden Fall die Helligkeit an der Kamera einstellen können, damit man alles deutlich sieht. Noch wichtiger ist, dass du die automatische Helligkeit ausschalten kannst. Hauptsächlich geht es darum, dass sich die Helligkeit der Szene während des Drehs nicht verändert. Denn sonst wird die Nachbearbeitung später unmöglich.

Eine weitere benötigte Funktion ist, dass das Objektiv einen Zoom hat. Ich meine keinen „digitalen Zoom“. Es müssen richtige Glasteile sein, die sich aufeinander zu oder voneinander weg bewegen, um das Bild zu vergrößern und zu verkleinern. Ein digitaler Zoom ist dasselbe, als würdest du das Bild beschneiden oder vergrößern. Das sieht schrecklich aus (Und egal was CSI uns erzählen will, es gibt keine „Verbesserungsfunktion“, um ein vergrößertes Bild schärfer zu machen.)

Wenn du nicht sicher bist, ob du einen digitalen oder echten Zoom verwendest, achte darauf, ob sich tatsächlich etwas bewegt, wenn du zoomst. Wenn nicht, verwende ihn nicht.

Mikrofon

Eine Sache, die du wahrscheinlich nicht besitzt, aber definitiv mieten (oder kaufen) musst, ist ein Ansteckmikrofon. Das eingebaute Mikrofon deiner Kamera wird schlicht nicht ausreichen. Hast du schon mal ein Foto von einem Filmset gesehen, auf dem jemand aus der Crew ein flauschiges Ding ein paar Zentimeter über die Schauspielern hält? Das ist ein Mikrofon und genau so nah muss es sein, damit man einen Dialog deutlich versteht.

A photo of a lavalier mic
via Wikimedia Commons

Suche nach einem örtlichen Verleiher für Filmequipment (die meisten größeren Städte haben mindestens einen) und frage nach einem Ansteckmikro mit Kabel. Dies sind winzige Mikrofone, die man an den Kragen klemmt. Versichere dich, dass deine Kamera einen Mikrofoneingang hat und das Ansteckmikro über den passenden Stecker verfügt.

Nimm deine Kamera mit, wenn du es abholst. Steck es ein und stelle sicher, dass es funktioniert. Wenn nicht, frage den Angestellten, ob du es richtig verwendest.

Lichter

Die schmeichelhafteste Beleuchtung ist weiches Licht (heißt, die Schatten haben unscharfe Ränder und keine scharfen, definierten Linien). Fluoreszierende Lichter sind in der Regel weich, aber sofern du keinen speziellen Film hast, werden sie für allerhand Probleme bei deiner Hautfarbe sorgen und flackern.

Ein einfacher und bequemer Weg, um weiches Licht zu erzeugen, ist ein Lampion. Das ist im Grunde ein Papierball, in dem sich eine Glühbirne befindet. Eine Klemmleuchte oder ein Baustrahler bieten viel Licht, aber ziemlich hartes. Du kannst dieses Problem lösen, indem du ein dünnes, weißes Tuch davor hängst.

Wenn du an einem Ort mit Fenstern drehst, können auch diese als Licht dienen. Filme dazu einfach an einem Tag, an dem die Sonne nicht direkt durch die Fenster strahlt, während du drehst. Suncalc.net hilft dir herauszufinden, wann das ist.

Software

Für individuelle Videoproduktion schaue dir Apples Final Cut Pro oder Adobe Premiere und After Effects an. Diese werden in der Regel per Abo erworben, aber du kannst auch kostenlose Open-Source-Programme finden.

Wenn ein individuelles Video außerhalb deiner Möglichkeiten liegt, gibt es jede Menge Optionen für günstige oder kostenlose Vorlagen. Dein Explainer Video wird vielleicht nicht besonders originell, aber Software wie diese reicht notfalls aus. PowToon eignet sich für leichte und schnelle Animation und enthält eine Stockbibliothek und eine simple Drag&Drop-Benutzeroberfläche. Vyond hat mehr Optionen als Powtoon, ist aber komplizierter. Mit RawShorts kann man auch Whiteboard-Animationen erstellen. Und Adobe Spark hat schließlich Vorlagen, die speziell für Explainer Videos designt sind.

Neben all diesen Programmen gibt es online noch viele weitere Optionen und es liegt an dir, deine Hausaufgaben zu machen. Vergiss nicht, dass man die Kosten für Software häufig vermeiden kann, wenn man einen Videoproduzenten engagiert, da diese oftmals ihre eigene haben.

Schritt 5: Beleuchte die Szene

Du hast die Location gefunden, sie angemessen dekoriert und herausgefunden, was du sagen wirst. Nun ist es an der Zeit, die Szene auszuleuchten.

three point lighting
via Wikimedia

Die vielseitigste und nützlichste Form der Beleuchtung (für eine einzelne Person, die sich nicht bewegt), ist die 3-Punkt-Beleuchtung. Wie du vermutlich schon ahnst, besteht sie aus 3 grundsätzlichen Elementen – dem Führungslicht, dem Fülllicht und dem Gegenlicht.

Das Führungslicht ist die Hauptlichtquelle. Der schmeichelhafteste Winkel ist normalerweise direkt das Gesicht der Person direkt anzuleuchten, leicht erhöht und ein bisschen abseits der Mitte. Dies wird natürlich Schatten auf der anderen Seite des Gesichts erzeugen.

Wenn du das Fenster als Lichtquelle verwendest, wird dies mit Sicherheit dein Führungslicht sein.

An dieser Stelle kommt das Fülllicht ins Spiel. Es sollte sich auf der gegenüberliegenden Seite des Gesichts befinden, ein bisschen niedriger als das Führungslicht. Es sieht generell besser aus, wenn das Licht auch ein wenig dunkler ist; wenn du die Helligkeit des Lichts nicht einstellen kannst, stelle es ein wenig weiter weg.

three point lighting with background light
via Wikimedia

Stell dann das Gegenlicht dazu, das manchmal auch Haarlicht genannt wird. Platziere es hinter dem Darsteller, direkt gegenüber vom Führungslicht und ebenfalls erhöht. Dies erzeugt eine Art Heiligenschein um den Darsteller und hebt ihn vom Hintergrund ab.

Apropos Hintergrund: Sobald alle Lichter auf den Darsteller gerichtet sind, wird er wahrscheinlich dunkel wirken. Das ist okay, denn die Zuschauer sollen sich auf den sprechenden Darsteller konzentrieren, nicht auf den Hintergrund. Aber wenn er zu dunkel ist und es aussieht, als würde der Darsteller in einem schwarzen Nichts schwimmen, solltest du ein weiteres Licht im Hintergrund aufstellen. Ich empfehle, es niedrig und in einem schrägen Winkel zu platzieren; dies wird einen optischen Hingucker erzeugen und nicht einfach nur die gesamte Szene erhellen.

lighting guide
Wie du die Beleuchtung nach deinen Wünschen erzeugst. Bild in voller Auflösung zu sehen auf digitalcameraworld.com

Schritt 6: Bereite die Aufnahme vor

Die Mitte der Aufnahme ist beinahe immer der Bereich, auf den sich die Zuschauer konzentrieren werden. Sie neigen auch dazu, auf den hellsten Teil der Szene zu schauen, weshalb wir den Darsteller so ausleuchten, dass er sich vom Hintergrund absetzt. Und natürlich fühlen wir uns von menschlichen Gesichtern angezogen.

Daher empfehle ich, den Sprecher horizontal in der Mitte der Aufnahme zu positionieren, wenn er direkt in die Kamera spricht. Wenn du eine Nahaufnahme drehst (bei der der Darsteller von den Schultern bis zum Kopf zu sehen sein sollte), werden seine Augen ungefähr in der Mitte sein.

Mr. Robot screenshot
Mr. Robot handelt von einem Verrückten, der in einer Welt voller Lug und Trug lebt. Wahrscheinlich nicht der Eindruck, den du von deinem Unternehmen vermitteln willst. Via USA Network.

Bei einem Medium Shot (von der Hüfte oder dem Oberkörper bis zum Kopf) wird sich der Kopf des Sprechers leicht über der Mitte befinden. Das ist okay – zu viel Platz zwischen dem Kopf des Darstellers und der Oberkante der Aufnahme ist komisch. Schau dir als Beispiel eine Folge von Mr. Robot an.

Von einer Ganzkörperaufnahme rate ich ab, es sei denn, du hast vor, deinen ganzen Körper zu benutzen. Wenn du ein Yoga-Lehrer bist und ein paar Techniken demonstrierst, sehr gut. Wenn du ein Anwalt bist, der stocksteif von der Hüfte abwärts dasteht, ist das ziemlich öde.

Wenn du zwei Kameras hast, gibt es eine bekannte Technik namens „Wide and Tight“. Du zoomst eine Kamera auf eine Nahaufnahme. Du platzierst die andere Kamera so nah wie möglich, entweder direkt neben oder auf der anderen Kamera. Zoome diese auf einen Medium Shot. Wenn der Darsteller sich der Kamera mit der Nahaufnahme zuwendet, wird es nicht all zu komisch wirken. Aber schaue dir die Aufnahme an, um sicherzugehen.

Wenn du bei deinen Schnitten ein wenig Abwechslung möchtest, indem du die Kameras voneinander trennst, denke an die 30/30-Regel: Um von einer Szene zur nächsten überzublenden, ohne dass es komisch wirkt, muss sich der Winkel um 30 Grad ändern oder die Größe um 30 Prozent.

Es sei denn natürlich, du möchtest Jump Cuts im Stile von MTV. In diesem Fall kannst du die Kameras platzieren, wo immer du möchtest. Tob dich einfach aus!

Wenn du diese verrückte Musikvideo-Ästhetik nicht möchtest, stelle die Kameras auf Stative und bewege sie nicht. Deine Hände sind nicht so ruhig, wie du denkst.

Schritt 7: Filme dein Explainer Video

Bevor der Darsteller beginnt, solltest du noch mal das Makeup checken, schauen, ob die Haare richtig sitzen, usw. In Hollywood nennen wir das „Last Looks“. Schaue in jede Ecke der Aufnahme. Siehst du irgendetwas Ablenkendes? Dann entferne es.

Sprich deinen Text mindestens fünfmal ein. Du wirst es nicht beim ersten oder zweiten Mal richtig hinbekommen, versprochen. Wenn du einen Satz verpatzt, setze nicht einfach noch mal an – das wird am Ende bei der Bearbeitung nutzlos sein. Mache stattdessen eine Pause, atme tief durch und gehe zwei Sätze zurück. Das sollte dir genügend Raum geben, um später alles zusammenzusetzen.

Sobald du denkst, dass du deinen Text mindestens zweimal gut aufgesagt hast, mache noch eine Aufnahme und sei diesmal dabei albern. Sei witzig, übertreibe und hab Spaß. Du wirst es am Ende vielleicht nicht verwenden, aber wer weiß?

Drehe zum Schluss ein paar Sachen, bei denen du nicht in die Kamera sprichst. Wenn du Tanzlehrer bist, nimm eine ganze Tanzstunde auf. Wenn du Grafikdesigner bist, stelle eine Kamera an deinem Arbeitsplatz auf und filme dich dabei, wie du etwas Cooles designst.

Schau dir zum Beispiel in diesem Explainer Video an, wie viele Aufnahmen niemanden zeigen, der einfach in die Kamera spricht.

Dies gibt dir Material, das du für den Schnitt deines Videos nutzen kannst. Wenn jemand einen dreiminütigen Dialog direkt in die Kamera hält, wird es nach 45 Sekunden langweilig. Aber wenn du demonstrieren kannst, worüber du redest, ist das schon besser.

Sobald du fertig mit Filmen bist, fragst du dich vielleicht, was du mit dem ganzen gedrehten Material machen sollst. Nun ist es an der Zeit, es zu bearbeiten. Schau dir unseren Artikel dazu an, wie du dein Explainer Video bearbeitest.

Genug Erklärungen! Mach dich an dein eigenes Explainer Video

Es ist möglich, dein eigenes Explainer Video zu drehen und dabei professionell auszusehen. Es kostet nicht viel Geld – nur Geduld und Aufmerksamkeit. Es wird nicht wie ein Film von Steven Spielberg aussehen, aber besser als ein Selfie auf deinem iPhone. Probier es aus! Mit den obigen Tipps wirst du in der Lage sein, etwas Tolles zu kreieren.

Wenn du mehr über den Ablauf einer Videoproduktion erfahren willst, schau dir unseren Guide dazu an, wie man ein Video produziert.

Und vergiss nicht: Wenn du vor der Entscheidung stehst, ob du einen hochwertigen, professionell aussehenden Look willst, kannst du dich mit einem Filmemacher zusammentun, der alle Einzelheiten über den Dreh eines Explainer Videos kennt.

Suchst du nach professioneller Hilfe für deinen Videodreh?
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Dieser Artikel wurde ursprünglich im Jahr 2016 veröffentlicht. Er wurde mit neuen Informationen und Beispielen aktualisiert.