User Interface (UI) ist einer der wichtigsten Merkmale digitaler Produkte, seit es das Internet gibt. Von simpler Interaktion mit einem Dropdown-Menü bis hin zur Erstellung ausgefeilter Animationen mithilfe spezieller UI-Design-Tools, um die Aufmerksamkeit der User in die richtige Richtung zu lenken, hat sich UI-Design zu einem vielseitigen Unterfangen entwickelt, das von der Skizzierung bis hin zur Übergabe an die Entwickler mehrere Schritte beinhaltet.

Die moderne digitale Welt bietet eine große Auswahl an UI-Design-Tools. Mit leistungsstarken Funktionen für die Zusammenarbeit und spezieller Funktionalität helfen diese Tools Designschaffenden dabei, UI-Elemente schneller und unkomplizierter zu kreieren.

Grafik: Beste UI-Design-Tools
Illustration von OrangeCrush

Bevor wir uns die besten UI-Design-Tools ansehen, lass uns über die Grundlagen sprechen und ein paar wichtige Fragen beantworten.

Was ist UI-Design?

Der Definition nach ist UI-Design „der Prozess, mit dem Designschaffende Benutzeroberflächen von Programmen oder computergestützten Geräten entwickeln und sich dabei auf Aussehen oder Stil konzentrieren.“

UI-Design umfasst mehr als nur grafische Benutzeroberflächen und schließt heutzutage auch sprachgesteuerte Benutzeroberflächen, Gesten und sogar AR- und VR-Interaktionen ein. Aufgrund dieser Tatsache gehören auch Bildschirmlayouts, Übergänge, Animationen, Buttons und praktisch alle statischen oder dynamischen, visuellen Elemente zum UI-Design.

Das Hauptziel eines soliden UI-Designs besteht darin, dass jede noch so kleine Mikrointeraktion optisch ansprechend, einheitlich und funktional ist. Es genügt nicht, dass die Anwendung oder Seite gut aussieht; die Elemente müssen zusammenarbeiten und auf einen einheitlichen Zweck ausgerichtet sein. Vereinfacht gesagt muss UI-Design gut aussehen und zur Funktionalität der App oder Seite beitragen.

optisch ansprechendes UI-Design
Beispiel eines optisch ansprechenden UI-Designs einer App von ozonestyle.

Im Gegensatz zu UX Design (User Experience Design) ist UI-Design rein digital. Das bedeutet, dass UI-Design sich nicht auf physische Produkte bezieht und nur in der digitalen Onlinewelt vorkommt. Alles, was physische Produkte, Interaktionen oder Erscheinungen beinhaltet, fällt unter UX Design.

Da viele physische Produkte eine Verbindung zur digitalen Welt haben (z. B. Bildschirme in einem Fahrzeug, interaktive Wegweise in einem Shoppingcenter oder gar ein Smartphone), komplementiert UI-Designs oftmals UX Design. Mit anderen Worten, beide haben das Ziel, die Nutzung des physischen oder digitalen Produkts einfacher und intuitiver zu machen.

Weshalb solltest du dich mit UI-Design beschäftigen?

Die Entscheidungen, die du innerhalb deines UI-Designs triffst, wirken sich darauf aus, wie User deine Seite oder App wahrnehmen. Deshalb entscheidet ein gutes UI-Design über Erfolg oder Misserfolg deines Projekts und hat Einfluss auf die Entscheidungen deiner User während sie deine Seite oder App nutzen.

UI-Design macht sich zahlreiche psychologische Trigger und Faktoren zunutze, um ein visuelles Design zu kreieren, das dem Zweck deiner Seite oder Anwendung  dient. Diese psychologischen Trigger beinhalten unter anderem Farbpsychologie, Schriftpsychologie sowie Verhaltenswissenschaft.

Selbst ohne Beachtung der psychologischen Aspekte werden ein schlechtes visuelles Design und verwirrende Interaktionen deine User abschrecken. Daher liegt es in deinem eigenen Interesse, sicherzustellen, dass dein Design attraktiv und responsiv ist und deine User in die richtige Richtung lenkt. Du kannst die Grundsätze des UI-Designs auch auf jede Seite und Anwendung anwenden. Selbst wenn du eine Website von Grund auf neu erstellst, kannst du dein UI im Voraus planen oder hinterher Änderungen vornehmen, wenn diese notwendig werden.

Und wenn es soweit ist, haben wir hier die 14 besten UI-Design-Tools, die dir dabei helfen, eine großartige Benutzeroberfläche zu kreieren.

Die besten UI-Design-Tools

Skizzieren und User Flows

Der erste Schritt im UI-Design ist das Skizzieren der Designelemente der Seite oder Anwendung und das Entwerfen des User Flows. Auch wenn viele Designschaffende für diesen Schritt Stift und Papier bevorzugen, bieten digitale Tools dasselbe Erlebnis wie bei der Arbeit mit einem Whiteboard und ermöglichen zusätzlich die Zusammenarbeit mit anderen, um die Ideenfindung reibungsloser zu gestalten.

Im Gegensatz zu Offline-Tools kannst du auch deine bevorzugten Grafikdesign-Tools, Textprogramme und sogar Google Sheets in dieser Phase nutzen. Ein Tool zu nutzen, das speziell für das Skizzieren und User-Flow-Prozesse designt ist, spart dir allerdings Zeit, sorgt für ein reibungsloses Erlebnis und trägt zu einem soliden Fundament bei. Darüber hinaus können viele Tools auch für die nächsten Schritte des UI-Design-Prozesses genutzt werden.

Schau dir die besten UI-Design-Tools zum Skizzieren und Erstellen von User Flows an.

InVision Freehand

InVision Freehand skizzen und Benutzerablaufeditor
Editor von InVision Freehand zur Skizzierung und Erstellung von User Flows. Bild via InVision.

InVision Freehand ist das Äquivalent zu einem echten Whiteboard mit zusätzlichen, leicht zu bedienenden digitalen Elementen. Freehand ist Teil des Toolsets von InVision, das du für die Erstellung von Prototypen, Code-Inspektionen und Design-System-Management nutzen kannst. Nichtsdestotrotz sind User Flow und Skizzierung die Bereiche, in denen InVision Freehand am meisten glänzt.

Mit Freehand kannst du mit deinem Team in Echtzeit zusammen brainstormen und Mockups erstellen. Du kannst vorgefertigte Elemente nutzen und freihändig zeichnen, um schnell und effizient Ideen zu vermitteln. Freehand lässt sich auch nahtlos zusammen mit anderen bekannten Kollaborations- und Designtools nutzen, wie beispielsweise Slack, Microsoft Teams, Sketch und Photoshop.

Beste Funktion: Gemeinschaftliches Freihandzeichnen in Echtzeit

Kosten: Kostenloser Plan verfügbar; kostenpflichtige Pläne beginnen bei 4,95 $/Monat

Skill Level: Einsteiger

Vorteile:

  • Zusammenarbeit in Echtzeit mit Live-Präsentation
  • Kostenloser Plan mit allen Funktionen
  • Lässt sich mit anderen Kollaborations- und Designtools nutzen

Nachteile:

  • Keine native App
  • Kann schnell unübersichtlich werden

Whimsical

Whimsical Skizzieren und Benutzerfluss-Benutzeroberfläche
Benutzeroberfläche von Whimsical. Bild via Whimsical.

Whimsical ist ein UI-Design-Tool, das sich am besten für Produktspezifikationen, Ideenfindung und das Entwerfen von User Flows eignet. Es verfügt über simple Befehle und eine übersichtliche Benutzeroberfläche und eignet sich perfekt für Echtzeit-Kollaboration zu Beginn des UI-Design-Prozesses. Es ist außerdem äußerst einsteigerfreundlich, was bedeutet, dass auch Kollegen und Kolleginnen problemlos etwas beitragen können, die nicht so sehr mit UI-Design vertraut sind.

Whimsical fehlen zwar Tools zum freien Schreiben, dafür lassen sich mit ihm aber Diagramme hinzufügen, was den ganzen Prozess beschleunigt und für eine aufgeräumte Struktur sorgt. Darüber hinaus kannst du mit diesem Tool auch Wireframes als nächsten Schritt deines UI-Design-Prozesses erstellen.

Beste Funktion: Diagramme lassen sich mit einem Klick hinzufügen

Kosten: Kostenloser Plan verfügbar; kostenpflichtige Pläne beginnen bei 20 $/Monat

Skill Level: Einsteiger

Vorteile:

  • Echtzeit-Kollaboration
  • Einfache Bedienelemente und Funktionen

Nachteile:

  • Wird bei einem größeren Team teuer
  • Keine Freihand-Optionen

OmniGraffle Pro

OmniGraffle Pro benutzeroberfläche
Benutzeroberfläche von OmniGiraffe Pro. Bild via OmniGraffle.

OmniGraffle Pro ist eines der Designtools der Marke Omni. Mit ihm lassen sich leicht verständliche Diagramme für User Flows und Skizzen mit Vektorgrafiken anfertigen.

Dieses Designtool verfügt über einige herausragende, moderne Funktionen, die selbst für unerfahrene Designschaffende die Ideenfindung einfacher und übersichtlicher machen. Du kannst Schnellwerkzeuge und Ausrichtungswerkzeuge nutzen, um deinen User Flow anzuordnen, Drag-and-Drop-Funktionen verwenden und mit anderen zusammenarbeiten. Letzteres ist im Vergleich zu anderen Tools für die Skizzenphase relativ begrenzt.

Beste Funktion: Präzise Positionierung und Schnellwerkzeuge

Kosten: ab 12,49 $/Monat mit 14-tägiger Testphase

Skill Level: Einsteiger

Vorteile:

  • Gruppierung, Schnellwerkzeuge und Ausrichtungswerkzeuge
  • Drag-and-Drop-Funktionen
  • Optisch ansprechend und übersichtlich

Nachteile:

  • Nur für Mac und iOS
  • Eingeschränkte Zusammenarbeit

Wireframing

Beim Wireframing handelt sich der Definition nach um „einen Weg, die grundlegenden Strukturen einer Website zu gestalten. Ein Wireframe wird üblicherweise genutzt, um unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der User und User Journeys Inhalte und Funktionen auf einer Seite anzuordnen.

Dies ist der nächste Schritt nach der Ideenfindung, bei der die grundlegenden Skizzen und User Flows definiert werden. Während des Wireframings erstellst du grundlegende Seiten und Screens für einen reibungslosen User Flow. Vereinfacht gesagt erstellt man beim Wireframing einzigartige Looks und skizziert die Funktionen für jeden Schritt des User Flows und deiner Seite oder Anwendung.

Balsamiq

Balsamiqs Wireframe-Benutzeroberfläche
Balsamiqs Wireframe-Benutzeroberfläche. Bild via Balsamiq.

Balsamiq ist ein spezielles Wireframing-Tool für Webseiten und Anwendungen. Mit ihm lassen sich grobe Wireframes erstellen, die einer Skizzen auf Papier ähneln. Das Tool ist so designt, dass du dich bei diesem Schritt nicht in Einzelheiten verlierst und stattdessen auf Struktur und Inhalt konzentrierst.

Eine tolle Funktion ist, dass du skizzenartige Elemente erstellen kannst, welche du später in ansehnliche Komponenten umwandeln kannst. Dies ist besonders praktisch, um die Wireframes ohne viele Details auf das Wesentliche zu reduzieren und eine saubere und übersichtliche Präsentation zu erstellen, wenn du fertig bist.

Balsamiq bietet drei Optionen; eine integrierte Google Drive-App, eine Cloud-App oder eine native Desktop-App. Es ist also flexibel genug, um deinen Designs und Kollaborationen gerecht zu werden. Diese UI-Design-Tool eignet sich für Einsteiger und Unternehmen gleichermaßen sowie für verschiedene Zielgruppen.

Beste Funktion: Es lässt sich zwischen Skizzlen-Look und Präsentations-Look wechseln

Kosten: beginnend bei 9 $/Monat mit 30-tägiger Testphase

Skill Level: Einsteiger

Vorteile:

  • Unbegrenzte Wireframes und User
  • Drag-and-Drop-Funktionen
  • Es lassen sich interaktive Prototypen exportieren

Nachteile:

  • Cloud-Plan ist auf 2 Projekte begrenzt
  • Die Integration mit Kollaborations-Tools (Google Drive, Jira, Confluence) kostet extra

Justinmind

Justinmind Wireframe-Benutzeroberfläche
Benutzeroberfläche von Justinmind. Bild via Justinmind.

Obwohl Justinmind hauptsächlich ein Tool zur Erstellung von Prototypen ist, glänzt es erst durch sein eingebautes Wireframing-Tool so richtig. Dieses UI-Design-Tool verfügt über eine große Bibliothek mit fertigen Wireframes für Web- und Mobil-Apps, was den ganzen Prozess sehr viel schneller und intuitiver gestaltet.

Da Justinmind auch über Prototyping-Tools verfügt, kannst du bereits alle Gesten für Mobilgeräte im Wireframe testen, ohne zum nächsten Schritt deines Designprozesses gehen zu müssen. Du kannst eine Grundlage auswählen, die Elemente hineinziehen und deine Ideen testen.

Justinmind verfügt über Anpassungsmöglichkeiten für alle UI-Elemente, einschließlich der vordefinierten. Du kannst auch Hilfslinien nutzen, um die Elemente perfekt anzuordnen und sie an anderen auszurichten. Darüber hinaus lässt es sich in andere beliebte Grafikdesign-Tools wie Photoshop und Illustrator integrieren, um nahtlos Bilder und Grafiken zu importieren.

Ein Bonus ist, dass du Justinmind auch nutzen kannst, um fertige Designs an Entwickler und Entwicklerinnen zu übergeben.

Beste Funktion: Gesten für Mobilgeräte lassen sich im Wireframe testen

Kosten: kostenloser Plan verfügbar; kostenpflichtige Pläne beginnen bei 19 $/Monat mit einer 15-tägigen Testphase inklusive aller Funktionen

Skill Level: Einsteiger bis Fortgeschrittene

Vorteile:

  • Unbegrenzte Wireframes und User
  • Drag-and-Drop-Funktionen
  • Export interaktiver Prototypen
  • Integration mit Photoshop, Illustrator, Sketch etc.

Nachteile:

  • Kann bei einem großen Team teuer werden
  • Begrenzter Speicherplatz

UXPin

UXPin Benutzeroberfläche
Beispiel der Benutzeroberfläche von UXPin. Bild via UXPin.

UXPin ist ein ähnliches Tool wie Justinmind, da es ein weiteres kombiniertes Tool für Wireframing und Prototyping ist. Der Unterschied ist, dass mit UXPin auch Designsysteme, Kollaboration und die Übergabe an Entwickler und Entwicklerinnen möglich sind, was es zu einem All-in-One-Designtool macht.

Während alle Bestandteile von UXPin solide sind, sticht das Wireframing besonders heraus. Du kannst schnell Wireframes mit UI-Komponenten und individuellen Elementen erstellen und in Echtzeit mit deinem Team zusammenarbeiten. Es gibt auch eine Option, um User-Feedback zum Wireframe-Design zu sammeln, bevor du dich an die Erstellung eines Prototypen machst. Letzteres kann dir jede Menge Zeit für Überarbeitungen sparen, wenn du das Feedback direkt während des Designprozesses bekommst.

Beste Funktion: Während der Erstellung des Wireframes lässt sich Feedback sammeln

Kosten: beginnend bei 19 $/Monat mit einer 7-tägigen Testphase

Skill Level: Einsteiger bis Fortgeschritten

Vorteile:

  • Zusammenarbeit in Echtzeit
  • Schnelle Erstellung von Wireframes
  • All-in-One-Tool

Nachteile:

  • Teuer

Interface Design und Prototyping

Der letzte große Schritt des UI-Design-Prozesses ist die Prototyp-Phase. In diesem Schritt werden die erstellten Wireframes und statischen Ebenen mit Übergängen und Auslösern zum Leben erweckt. Hier testest du dein gesamtes Design und überarbeitest es, falls etwas fehlt oder verbessert werden muss.

Du kannst Prototypen deiner Designs mit speziellen Tools erstellen, die dich Übergänge für Benutzereingaben hinzufügen lassen, zum Beispiel Antippen, um zur nächsten Seite zu gelangen, Scrollen, um zusätzliche Bilder anzuzeigen, usw. Diese Phase ist die technischste von allen, da sie genaue Kenntnisse über Benutzerinteraktionen und UI-Design erfordert.

Schauen wir uns einige Tools an, die sich dafür am besten eignen.

Figma

Figma Benutzeroberfläche beispiel
Beispiel für Figmas Benutzeroberfläche bei der Erstellung von Prototypen. Bild via Figma.

Figma ist ein All-in-One-Tool, das du zum Skizzieren, zur Erstellung von Wireframes und Prototypen und sogar zum Managen von Designsystemen nutzen kannst. Wie bei anderen Mehrzwecktools auch liegen Figmas Stärken speziell in der Entwicklung des UI-Designs und der Erstellung von Prototypen. Davon abgesehen fehlen richtige Vektor-Tools und es lässt sich nur im Browser nutzen, wodurch es Projekte mit vielen Seiten und jeder Menge Medien verlangsamt.

Du kannst leicht UI-Elemente miteinander verbinden und Interaktionen und Animationen zwischen den Frames wählen. Jede Interaktion lässt sich außerdem mit Klick-, Tipp- und Wischgesten anpassen. Du kannst zudem Artboards nutzen, um einzigartige und dynamische UI-Elemente zu erstellen.

Mit Figma kannst du deine Designs auch während der Research-Phase von Usern testen lassen und sie dabei beobachten. Das bedeutet, dass du bereits Feedback von echten Usern sammeln kannst, bevor du mit deinem Design zur Testphase übergehst. Dadurch entsteht eine clevere Synergie zwischen Designschaffenden und Usern, um das Design zu neuen Höhen zu führen.

Beste Funktion: Testuser während der Research-Phase beobachten

Kosten: kostenloser Plan verfügbar; kostenpflichtiger Plan beginnt bei 45 $/Monat

Skill Level: Einsteiger bis Fortgeschritten

Vorteile:

  • Umfassender kostenloser Plan
  • Cloudbasierte Echtzeit-Kollaboration
  • Flexible Artboards
  • Funktioniert gut in den meisten Browsern (Chrome, Firefox, Safari, Microsoft Edge)

Nachteile :

  • Eingeschränkte Vektor-Tools
  • Keine Desktop-App

Sketch

Sketch Benutzeroberfläche
Illustration der Prototyping-Benutzeroberfläche von Sketch. Bild via Sketch.

Sketch ist unter UI-Designern ein vertrauter Name. Du wirst im Bereich UI-Design vermutlich niemanden finden, der noch nie von Sketch gehört oder Sketch ausprobiert hat. Während du dieses Tool für verschiedene Schritte des UI-Design-Prozesses nutzen kannst, ist es doch in der Prototyping-Phase am wertvollsten.

Sketch verfügt über benutzerfreundliche Tools und intelligente Hilfslinien, die dir die Erstellung funktionsfähiger Prototypen ermöglichen. Mithilfe der Mirror-Erweiterung kannst du zudem alle vorgenommenen Änderungen auf einem echten iOS-Gerät sehen. Sketch hat außerdem Vektor-Funktionen, mit denen du Grafiken erstellen kannst, ohne zu einem anderen Programm wechseln zu müssen.

Ein Bonus ist, dass du leicht mit Entwicklern und Entwicklerinnen zusammenarbeiten kannst, die diese Designs überprüfen, Ebenen vermessen und produktionsfertige Elemente herunterladen können.

Beste Funktion: Bearbeitung in Echtzeit auf einem echten iOS-Gerät

Kosten: beginnend bei 9 $/Monat mit einer 30-tägigen Testphase

Skill Level: Einsteiger bis Fortgeschritten

Vorteile:

  • Echtzeit-Kollaboration
  • Native macOS-Anwendung
  • Umfassende Integration

Nachteile:

  • Moderate Lernkurve
  • Unterstützt nur iOS und macOS

Adobe XD

Adobe XD Benutzeroberfläche Prototyp
Benutzeroberfläche von Adobe XD. Bild via Adobe XD.

Adobe XD ist Teil der Adobe Creative Cloud, allerdings kann man es auch einzeln kaufen. Da Adobe XD speziell für die Erstellung von Prototypen gedacht ist, solltest du nichts erwarten, was darüber hinausgeht – es sei denn, du entscheidest dich für die komplette Creative Cloud.

Da bei diesem Tool der Fokus auf die Erstellung von Prototypen liegt, verfügt es auch über alle Funktionen, die für diese Phase benötigt werden. Du kannst interaktive Prototypen erstellen und sie direkt auf diversen Geräten testen. Prototypen lassen sich mit verschiedenen Einzelklick-Elementen umsetzen, die den Prozess beschleunigen. Es gibt auch schicke 3D-Transformations-Tools, mit denen du die Designebenen einzeln genauer betrachten kannst.

Adobe XD lässt sich in andere Adobe-Anwendungen integrieren und verfügt über mehr als 200 Plugins, um dein Erlebnis zu personalisieren und das Tool an deine Bedürfnisse anzupassen. Du kannst zudem individuelle APIs erstellen, um das Tool an deine Vorlieben anzupassen.

Beste Funktion: Darstellung von 3D-Layern

Kosten: kostenlos bei privater Nutzung; kostenpflichtiger Plan beginnt bei 9,99 $/Monat

Skill Level: Einsteiger bis Fortgeschritten

Vorteile:

  • Echtzeit-Kollaboration
  • Nahtlose Integration mit Adobe-Apps
  • Funktioniert auf macOS und Windows
  • Vollfunktionsfähiger, kostenloser Plan

Nachteile:

  • Kauf der Creative Cloud kann teuer werden
  • Keine Bearbeitungstools für grafische Elemente

Tools für bestimmte Zwecke

Abgesehen von den wichtigsten UI-Design-Tools gibt es auch sekundäre Tools für bestimmte Teile des Designprozesses. Ihr Hauptzweck ist es, einen einzelnen Schritt so reibungslos wie möglich zu gestalten und so den gesamten Designprozess effizienter zu machen.

Neben den drei Hauptschritten Skizzierung, Wireframing, und Prototyping gibt es noch das Managen des Designsystems, die Versionierung, User Testing und Developer Handoff. Während einige der erwähnten Tools  die Möglichkeit bieten, einige dieser Schritte innerhalb der Anwendung umzusetzen, gibt es auch bestimmte Tools, die du dazu nutzen kannst.

Schauen wir uns mal einige der zweitrangigen UI-Design-Tools an, die deinen UI-Design-Prozess ebenfalls beschleunigen können.

Storybook – Managen von Designsystemen

Storybook Benutzeroberfläche
Storybook Benutzeroberfläche. Bild via Storybook.

Storybook ist ein quelloffenes Tool zum Managen von Designsystemen und für die Erstellung von UI-Komponenten. Es macht die Strukturierung verschiedener Teile des Designsystems  unkomplizierter und aufgeräumter. Du kannst dieses Tool nutzen, um sicherzustellen, dass du nur an einer UI-Komponente arbeitest, ohne den Rest zu beeinträchtigen.

Mit Storybook lassen sich automatisch Styleguides erstellen, was die Dokumentation umkomplizierter macht. Du kannst die Dokumente wiederverwenden und deine Komponenten automatisch testen, um potenzielle Bugs zu vermeiden. Mit zusätzlichen Erweiterungen kann Storybook dir auch dabei helfen, responsive Layouts zu entwerfen und Probleme mit der Barrierefreiheit zutage zu fördern.

Die Integration funktioniert mit häufig genutzten Frameworks wie React, Vue, Angular, Web Components, Ember, HTML, Mithril, Marko, Svelte, Riot, Preact, und Rax. Als zusätzlichen Bonus kannst du jeden Use Case in reinem JavaScript speichern, um auf ihn während der Entwicklung, des Testens und der Qualitätssicherung zugreifen zu können.

Beste Funktion: isoliertes Testen der UI-Komponenten

Kosten: kostenlos

Skill Level: Fortgeschritten

Vorteile:

  • Umfangreiches Plugin und Add-on-Bibliothek
  • Open-Source
  • Umfassende Framework-Integration

Nachteile:

  • Steile Lernkurve

GitHub – Versionierung

GitHub Benutzeroberfläche
GitHubs Benutzeroberfläche. Bild via GitHub.

Es kann während des Designprozesses mehrere Versionen eines bestimmten UI-Elements geben. Es ist nicht ungewöhnlich, auf ein älteres Design zurückzugreifen und dieses zu nutzen, statt das aktuellste zu wählen. Deshalb ist es notwendig, mehrere Versionen zu speichern und zu ordnen.

GitHub ermöglicht es deinem Team zu programmieren, zu entwickeln, zu testen, zu debuggen und zum Einsatz zu bringen. Du kannst von jedem Gerät aus auf GitHub zugreifen, wodurch es zu einem nahtlosen Teil deines Designprozesses wird.

Das Tool verfügt über mehrere Kollaborationswerkzeugen. Mit ihnen kannst du mühelos dein Team oder andere Developer über Änderungen benachrichtigen, ihre Empfehlungen annehmen und mehrzeilige Kommentare hinzufügen. Was die Sicherheit betrifft, kannst du das Zusammenführen einschränken, Überprüfungen verlangen oder bestimmten Personen die Arbeit an einem bestimmten Code oder Design erlauben.

GitHub verfügt auch über Automatisierungstools, die du nutzen kannst, um während deines Designprozesses Zeit zu sparen und zeitintensive Aufgaben zu eliminieren. Du kannst eine Automation für die Veröffentlichung von Code, die Bereitstellung vorgefertigter Designelemente und die Einrichtung von Benachrichtigungen für spezielle Teams anpassen.

Beste Funktion: sofortige Veröffentlichung des Codes in der Cloud

Kosten: kostenloser Plan verfügbar; kostenpflichtiger Plan beginnt bei 4 $/Monat

Skill Level: Einsteiger bis Fortgeschritten

Vorteile:

  • Unbegrenzte öffentliche und private Verzeichnisse
  • Unbegrenzte Mitarbeitende
  • Starke Automationstools für die Versionierung

Nachteile:

  • Begrenzter Speicherplatz beim kostenlosen und günstigsten Plan
  • Umfassende Funktionseinschränkungen für private Verzeichnisse beim kostenlosen Plan

Maze – User Testing

Maze Benutzeroberfläche
Benutzeroberfläche von Maze. Bild via Maze.

Maze ermöglicht es dir, aus der Ferne Prototypen, Wireframes und andere Seiten- und Anwendungselemente in deinem Team zu testen. Es bietet ein authentisches, browserbasiertes und gerätebezogenes Erlebnis, sodass du problemlos deine Designs und Funktionen testen kannst.

Maze bietet verschiedene Testfunktionen, zum Beispiel Missions, Conditions, Open Questions, Card Sorting and 5-Second Tests. Ein weiterer Vorteil von Maze sind die Berichte nach den Tests. Du kannst eigene Berichte erstellen oder vordefinierte Berichte nutzen, ohne dir die gesamte Testsession noch einmal ansehen zu müssen. Darüber hinaus erhältst du Berichte über Fehlklicks, die fehlgeschlagene Interaktionen mit deinem Design anzeigen, und Heatmaps, die zeigen, wo die Aufmerksamkeit der User in deiner App oder Website liegt. Beides ermöglicht dir eine Feinabstimmung deiner Designs und macht sie benutzerfreundlicher.

Maze lässt sich auch in Figma, InVision, Adobe XD und Sketch integrieren. Du kannst nahtlos deine Designs testen, die du in diesen Designtools entworfen hast und unternehmensweit mit anderen zusammenarbeiten, um mehr Erkenntnisse zu erlangen und weitere Anmerkungen zu erhalten.

Beste Funktion: Benutzerorientiertes Testen aus der Ferne

Kosten: kostenloser, limitierter Plan; kostenpflichtiger Plan beginnt bei 42 $/Monat

Skill Level: Fortgeschritten

Vorteile:

  • Integration mit beliebten Designtools
  • Testen des Designs aus der Ferne
  • Umfassende Berichte

Nachteile:

  • Teuer
  • Eingeschränkte Funktionen beim kostenlosen Plan

Zeplin – Developer Handoff

Zeplin Benutzeroberfläche
Zeplins Benutzeroberfläche. Bild via Zeplin.

Developer Handoff ist der letzte Teil des UI-Design-Prozesses. Hier übernehmen die Entwickler und Entwicklerinnen die Designdateien und Codeschnipsel.

Zeplin ist das beste Tool für diese Übergabe und lässt sich nahtlos in Figma, Sketch und Adobe XD integrieren. Zeplin erleichtert es Entwicklern und Entwicklerinnen zu verstehen, welche Versionen gesetzt sind, ohne dies jedes Mal erneut kontrollieren zu müssen. Deshalb fungiert Zeplin als Vermittler zwischen verschiedenen Teams.

Das Tool ist von Designschaffenden und Nicht-Designern gleichermaßen leicht zu bedienen und schafft eine wertvolle Synergie in deinem Team. Du kannst auch eigene Webhooks und Workflows kreieren, um den Workflow weiter zu verbessern und sich wiederholende Aufgaben zu eliminieren.

Beste Funktion: Webhooks und eigene Workflows

Kosten: kostenlos bei einem einzelnen Projekt; kostenpflichtiger Plan beginnt bei 6 $/Monat

Skill Level: Einsteiger

Vorteile:

  • kostenloser Plan mit vollem Funktionsumfang
  • verschiedene Tools zur Automatisierung von Workflows
  • Einsteigerfreundlich

Nachteile:

  • Begrenzte Styleguides beim kostenlosen und günstigsten Plan
  • Eingeschränkte Integrationsmöglichkeiten

Sollte ich ein oder mehrere Tools nutzen?

Wenn man den gesamten UI-Design-Prozess bedenkt, gibt es nicht die eine Pauschallösung, mit der jeder Teil des Prozesses bewältigt werden kann. Sicher, es gibt eine All-in-One-Software, die du für verschiedene Schritte nutzen kannst und die gut funktioniert, beispielsweise Figma, aber sie kann möglicherweise nicht mit speziellen Tools für einen bestimmten Designschritt mithalten.

Jedes UI-Design-Tool hat seine Stärken und Schwächen. Wenn ein Mehrzweck-Designtool in einem Bereich besonders glänzt, heißt das nicht, dass du es nicht für andere Schritte nutzen solltest. Spezielle Tools eignen sich für bestimmte Aspekte des UI-Designs besser als die Allrounder. Aber Geld für viele Programme auszugeben kann kostspielig werden.

Letztendlich ist es so, dass es hauptsächlich auf deine Präferenzen und dein Budget ankommt, ob du ein oder mehrere Tools nutzen solltest. Und wenn du Zweifel hast, nutze die UI-Design-Tools, die eine kostenlose Testphase oder eine eingeschränkte Gratisversion anbieten, damit du ein Gefühl für das Produkt bekommst und entscheiden kannst, ob es zu dir passt.

Wähle die besten UI-Design-Tools für deine Arbeit

UI-Design ist ein facettenreiches Unterfangen, bei dem zwischen Ideenfindung und finalen Designs mehrere Schritte liegen. Die verschiedenen Schritte des Prozesses können leicht mit speziellen Tools definiert und angegangen werden, von denen jedes seine Vor- und Nachteile hat. Es gibt keine klare Regel, wann welches Tool genutzt werden sollte, und die Wahl hängt hauptsächlich von deiner Vorliebe und deinem Budget ab.

Mit welchen UI-Design-Tools arbeitest du am liebsten? Verrate es uns in den Kommentaren!

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