Schriften sind eines der am häufigsten verwendeten und missverstandensten Werkzeuge der Welt. Jeder nutzt sie und die meisten Leute sind mit einer Handvoll Klassiker wie Times New Roman und Arial vertraut. Aber nur wenige Menschen denken jemals darüber nach, woher sie stammen – ganz zu schweigen davon, dass sich jemand hingesetzt und jeden einzelnen dieser Buchstaben kreiert hat. Und das hat einen Grund: Der Trick zu gutem Schrift-Design besteht darin, dass sie in verschiedensten Situationen nützlich sein sollen, was bedeutet, dass sie keine Aufmerksamkeit auf sich selbst lenken und von der Botschaft ablenken sollen.

Gleichzeitig kann Schrift-Design ein hervorragendes kreatives Unterfangen sein. Es bietet die Möglichkeit, jedem deiner geschriebenen Wörter deinen eigenen Stempel aufzudrücken. Und moderne Software macht das Kreieren deiner eigenen Schrift einfacher als jemals zuvor. Das soll natürlich nicht heißen, dass es einfach ist…

Illustration eines Designers, der eine Schrift erstellt
Entstehung eines Schrift-Designs. Von OrangeCrush

Schrift-Design kann ziemlich zeitaufwendig sein, angesichts der Tatsache, dass du ein komplettes Alphabet mit verschiedenen Stilen wie Fett, Dünn oder Kursiv kreierst. Es erfordert zudem eine ganze Menge Geschicklichkeit und für ungeübte Schrift-Designer und -Designerinnen kann es schwierig sein, die Unterschiede zwischen verschiedenen Schriften zu erkennen, ganz zu schweigen davon, eine eigene Variante zu kreieren. Es gibt viele technische Dinge zu beachten, beispielsweise die korrekte Größe und Laufweite. Um diese Hürden zu überwinden, führen wir dich einmal Schritt für Schritt durch den gesamten Schrift-Design-Prozess.

Wie Schriften funktionieren

Der Schrift-Design-Prozess besteht im Wesentlichen darin, aus deinen eigenen, handgefertigten Zeichnungen eines vollständigen Alphabets eine Schrift-Datei zu entwickeln. Durch die Installation dieser Schrift-Datei auf einem Computer wird diese der Schriftbibliothek des Computers hinzugefügt, wo sie dann in jeder Anwendung verfügbar ist, die Schriften verwendet, beispielsweise Microsoft Word und Adobes Creative Cloud. Du kannst die Schrift-Datei auch auf einer Seite wie Creative Market lizenzieren und ein passives Einkommen erzielen, wenn jemand sie kauft und herunterlädt.

Um besser zu verstehen, wie all das funktioniert, lass uns einen Blick auf ein paar grundlegende Dinge werfen. Wir erklären zunächst, was es mit dem Begriff „Fonts“ als eine von vielen Bezeichnung für gestaltete Buchstaben auf sich hat. Die Begriffe „Font“ und „Typeface“ werden häufig fälschlicherweise synonym verwendet.

postkarte mit handlettering
Beispiel eines Handletterings. Design von Mky
  • Typografie: Die Kunst, Schrift zu arrangieren und zu gestalten
  • Typeface bzw. Schriftart: Das unverwechselbare Design der Buchstaben eines Alphabets
  • Font: Die Software-Datei, die eine bestimmte Schriftart enthält
  • Kalligraphie: Kunstvolle Handschriften und Beschriftungen, die in der Regel mit analogen Werkzeugen kreiert werden.
  • Handlettering: Illustrative Zeichnungen von Buchstaben und Wörtern, oftmals auf Postern oder Schildern

Lass uns über Font-Dateiformate sprechen. Die größten zwei sind Open Type Font (OTF) und True Type Font (TTF). TTF wurde in den 80ern von Apple und Microsoft entwickelt, damit sowohl Computer als auch Drucker Fonts problemlos erkennen können. OTF wurde später von Microsoft und Adobe entwickelt, um diese Funktion zu erweitern. Obwohl TTF noch immer in Umlauf ist, bietet OTF mehr Speicherplatz und unterstützt sehr viel mehr Arten von Zeichen. Beide sind brauchbar, auch wenn OTF bevorzugt wird.

Typografisches Logo-Schriftdesign
Logoschrift von lianedv

Und schließlich ist es wichtig, Font-Lizenzen zu verstehen. Wie alle von Menschen geschaffenen kreativen Werke haben auch Schriften einen Urheber. Lizenzen sind im Wesentlichen eine Möglichkeit, dass jeder eine Font gegen Gebühr nutzen kann, aber jede Lizenz hat ihre eigenen Bedingungen und Einschränkungen.

Falls du dein Schrift-Design online verkaufen möchtest, hat der Marktplatz in der Regel seine eigenen Rahmenbedingungen für die Lizenzierung und du solltest diese überprüfen, bevor du loslegst (dazu gehören auch Informationen darüber, wie hoch dein Anteil am Gewinn ist). Wenn du eine eigene Schrift an bestimmte Kunden lizenzieren möchtest, musst du deine eigene Lizenz entwerfen, um sicherzustellen, dass es keine Unklarheiten bezüglich der Eigentumsverhältnisse gibt.

Der Schrift-Design-Prozess

1. Schau dir die Grundregeln des Schrift-Designs an

Bevor du dich direkt an das Zeichnen deiner eigenen Buchstaben machst, solltest du die Grundlagen des Schriftaufbaus kennen. Schrift-Design ist so alt wie die Erfindung der Druckerpresse im 15. Jahrhundert. Schriftgelehrte nutzten zudem schon lange vorher kunstvolle Kalligraphie in Manuskripten. Das bedeutet: Die Menschen zeichnen seit Jahrhunderten Buchstaben und es war genug Zeit, Dinge auszuprobieren und ein paar bewährte Methoden zu etablieren.

Richtlinien für die Schriftgestaltung und Anatomie
Von Mky

Mache dich zuerst mit ein paar grundlegenden Begriffen der Typographie vertraut. Achte besonders auf die Anatomie und Funktion sowie Platzierung der Hilfslinien (Versalhöhe, Oberlänge, Grundlinie etc.). Es ist auch hilfreich, die verschiedenen Schriftfamilien zu kennen, einschließlich Variationen wie Tuscan, Egyptienne, Keilschrift und Haarlinienserifen.

Wenn du dir Schriften genauer ansiehst, wirst du feststellen, dass viele von ihnen abwechselnd dicke und dünne Striche innerhalb desselben Buchstaben enthalten. Das ist kein Zufall – es ist ein Überbleibsel aus der Zeit, als Buchstaben noch mit Kalligraphie gezeichnet wurden.

Wenn man in der Kalligraphie den Stift nach unten bewegt, ist die Bewegung langsamer und die Schreibfeder lässt mehr Tinte frei, was zu einem dickeren Strich führt. Beim Aufstrich bewegt sich der Stift schneller, was zu einem dünneren Strich führt. Dies hat unbewusst Auswirkungen darauf, wie wir Buchstaben lesen. Wenn du also eine nicht-geometrische Schrift designen möchtest, musst du die korrekte Platzierung von dünnen und dicken Strichen studieren. Eine Übersicht wie diese kann dir dabei helfen.

Illustration der verschiedenen typografischen Formen
Buchstaben können in diese Grundformen oder eine Kombination dieser Grundformen unterteilt werden. Schrift-Design von Mky

Buchstaben können auch basierend auf ihrer Form in bestimmte Kategorien unterteilt werden und es hilft, diese zu kennen, um sie einheitlich zu zeichnen. Diese Kategorien sind geradlinige, gekrümmte und dreieckige Buchstaben (stell dir Quadrate, Kreise und Dreiecke vor).

  • Zu den geradlinigen Buchstaben zählen H, E, und N
  • Zu den gekrümmten Buchstaben zählen C, O, und G
  • Zu den dreieckigen Buchstaben zählen A und V

Viele Buchstaben enthalten Kombinationen aus allen drei dieser Formen und wenn du dein Buchstabendesign für jede dieser drei Kategorien herausfindest, kann dir dies helfen, die kombinierten Formen zu entwickeln.

Und schließlich gibt es im Schrift-Design noch zahlreiche optische Täuschungen, von denen wir hier einige erklären. Eine der bekanntesten ist, dass du gekrümmte Buchstaben größer als normal zeichnen musst (also über die Hilfslinien hinaus), da unser Auge sie als kleiner wahrnimmt, wenn sie neben anderen Buchstaben platziert werden. Dies sind Fallen, in die unerfahrene Designschaffende häufig tappen, also schaffe sie unverzüglich aus dem Weg!

2. Plane die Ziele deines Schrift-Design-Projekts

Wenn du für einen Kunden arbeitest, wirst du ein Projekt-Briefing erhalten. Darin wird der Hintergrund des Projekts erläutert sowie die Ziele des Designs. Wenn du eine Schrift für dich selbst erstellst (oder online verkaufen willst), solltest du dennoch ein solches Dokument erstellen, um dich während des Designprozesses darauf beziehen zu können.

Typografischer Schriftzug für ein Produktetikett
Schrift-Design von detectype

Hier sind ein paar grundlegende Fragen, die du dir zu Beginn deines Projekts stellen solltest:

  • Weshalb tue ich das? Ein Kunde sollte mit der Schrift einen bestimmten Zweck erfüllen wollen, zum Beispiel die Markenbekanntheit steigern. Selbst wenn du eine Schrift nur für dich selbst designst, solltest du überlegen, welches Gefühl sie ausdrücken soll.
  • Wer wird die Schrift nutzen? Wenn du eine Schrift für einen Kunden erstellst, solltest du Informationen zu den Anforderungen des Unternehmens und der Zielgruppe haben. Wenn du sie für einen Marktplatz erstellst, solltest du dennoch eine Vorstellung davon haben, wem diese Schrift gefallen könnte und für welche Art Projekte sie genutzt werden könnte.
Typografisches Logodesign für eine Bekleidungsmarke
Logoschrift von humbl.
  • In welchem Kontext wird die Schrift genutzt werden? Eine Schrift für eine Broschüre wird einen anderen Stil als eine Schrift für Filmplakate haben. Ebenso solltest du überlegen, ob deine Schrift mehr für Überschriften oder Fließtexte verwendet werden wird. Einige dieser Situationen werden unaufdringliche, professionelle und gut lesbare Schriften erfordern, wohingegen andere Raum für originellere, kreativere und auffälligere Schriften lassen.
  • Welche Schriften haben einen ähnlichen Stil wie meine? Es gibt Tausende Schriften und jede Menge Vielfalt. Um herauszufinden, wie deine Schrift herausstechen kann, musst du Schriftarten sammeln, die als Referenz dienen. Beginne mit der Stimmung, die deine Schrift idealerweise erzeugen soll, sei es elegant oder ungezwungen. Wenn du über eine Schriftart stolperst, die dir gefällt, finde eine, die deiner Schriftart merklich ähnelt, und vergleiche sie miteinander, um die dezenten Einzelheiten zu erkennen. Konzentriere dich zusätzlich zu ganzen Alphabeten auch auf ein paar bestimmte Schriftstile. Du findest unter anderem Schriften auf Font Squirrel, Envato, Behance oder bei bekannten Studios wie House Industries.

3. Skizziere deine Schrift

Beim Skizzieren findet der eigentliche Schrift-Design-Prozess statt. Dies ist die Phase, in der du dich von den Schriften inspirieren lässt, die du als Referenz ausgewählt hast, und in der du bestimmte kreative Entscheidungen triffst, die deine Schrift von anderen unterscheiden wird. Welche Version des kleinen „a“ solltest du nutzen? Sollte der Querstrich deines großen „E“ dieselbe Länge haben oder variieren? Der einzige Weg, diese Fragen zu beantworten, besteht darin, die Buchstaben zu zeichnen und dir selbst ein Urteil zu bilden.

Bodoni-Schriftalphabet
Lasse dich beim Zeichnen deiner eigenen Schrift sowohl von modernen als auch klassischen Schriften wie Bodoni inspirieren. Bild via Wikimedia Commons

Du musst nicht direkt das ganze Alphabet zeichnen. Der Zweck des Skizzierens ist, künstlerische Richtungen zu erkunden. Ein gesamtes Alphabet für jede potenzielle Variante deiner Schrift zu zeichnen, wird dich ziemlich schnell auslaugen.

Beginne stattdessen klein, indem du hier und da wahllose Buchstaben skizzierst, um eine allgemeine Vorstellung von deinem gewünschten Stil zu bekommen. Wenn du eine Richtung gefunden hast, die dir gefällt, zeichne bestimmte Buchstaben aus den drei Formkategorien.

Zeichne als Nächstes Wörter, die eine schöne Vielfalt an Buchstabenstilen enthalten, also eine gute Mischung aus Großbuchstaben, Oberlängen, Unterlängen und kombinierten Formen. Am besten nutzt du richtige Wörter, um dir vorstellen zu können, wie die Schrift sich lesen lässt. Du kannst es sogar mit einem Wort-Generator probieren.

Sobald du diesen Prozess ein paar Mal durchlaufen hast und einen Stil gefunden hast, der dir gefällt, kannst du dazu übergehen, das gesamte Alphabet mithilfe der in Schritt 1 erwähnten Hilfslinien zu zeichnen (auch wenn es nicht unbedingt perfekt sein muss, da die Buchstaben im nächsten Schritt noch weiterentwickelt werden). Achte darauf, Zahlen, Punkte und Sonderzeichen nicht zu vernachlässigen!

4. Entwickle deine Schrift in einem Designprogramm

Lass uns über die Software sprechen, die du zur Erstellung einer nutzbaren Font-Datei benötigst. Es gibt im Wesentlichen zwei Programme, um die du dich kümmern musst: ein Grafikdesign-Programm und ein Font-Design-Programm.

Schriftdesign im handgemalten Stil
Eine realistische, handgezeichnete Schrift wie diese würde in Photoshop besser werden. Schrift-Design via Behance

In Sachen Grafikdesign benötigst du entweder eine Vektor- oder Raster-Software, z. B. Adobe Illustrator oder Photoshop (oder ähnliche Programme anderer Anbieter). Meistens werden Vektor-Schriften bevorzugt. Wenn dein Design allerdings realistischer und handgezeichnet aussehen soll, ist das Raster-Format (a.k.a Bitmap) der richtige Weg. Die hier gezeigte Schrift Macbeth nutzt einen detaillierten, malerischen Stil und es würde an dieser Stelle mehr Sinn ergeben, das Raster-Format zu verwenden.

Schaue dir hier genauer an, welche Design-Programme es gibt>>

Darüber hinaus benötigst du eine Schrift-Software. Eines der beliebtesten Programme ist Fontself Make, wobei es sich um eine Erweiterung für Adobe-Produkte handelt. Derzeit kostet es einmalig 39 € für Illustrator und 59 € für das Photoshop/Illustrator-Paket. Es gibt noch andere professionelle Programme wie Glyphs, das du dir ebenfalls als Alternative anschauen kannst.

Typografisches Logo-Schriftdesign
Logoschrift-Design von GREAT.

Der Einfachheit halber werden wir uns auf Illustrator und Fontself beziehen. Die Grundprinzipien sollten sich auch auf andere Programm übertragen lassen. Sobald du Fontself heruntergeladen hast, installiere es genauso wie jedes andere Programm auch. Wenn du bereits Illustrator geöffnet hast, musst du es eventuell neu starten, bevor Fontself in Illustrator zu finden ist. Bevor es weitergeht ,solltest dich gut mit den Grundlagen von Illustrator auskennen, vor allem mit Ebenen, dem Zeichenstift-Werkzeug, Bézierkurven und der allgemeinen Benutzeroberfläche.

Um deine Datei in Illustrator einzurichten, achte darauf, dass du im RGB-Farbmodus arbeitest und deine Zeichenfläche groß genug für das gesamte Alphabet ist. Du kannst die Größe der Buchstaben später jederzeit mit dem Zeichenflächen-Werkzeug anpassen.

Screenshot Adobe Illustrator interface
Um deine Skizze zu importieren, klicke auf Datei > Platzieren

Als Nächstes musst du deine Skizze hochladen, entweder indem du ein Foto von ihr machst oder sie scannst und auf deinen Computer überträgst. Füge sie in das Dokument ein, indem du auf Datei > Platzieren gehst. Gehe in der Dialogbox auf die Bilddatei deiner Skizze und achte darauf, dass bei der Vorlagenebene ein Haken gesetzt ist. Dadurch wird die Datei importiert, abgedunkelt und gesperrt, wodurch es leichter wird, sie auf einer neuen Ebene nachzuzeichnen. Du kannst sie entsperren, indem du auf das kleine Vorhängeschloss neben der Ebene im Ebenen-Reiter klickst.

Ein Beispiel für das Nachzeichnen von Buchstaben mithilfe von Vektorpunkten in Illustrator
Verwende zum Vektorisieren von Buchstabenskizzen so wenig Vektorpunkte wie möglich an den äußersten Kanten und halte die Bézierkurven gerade. Bild via Jessica Hische

Man zeichnet Buchstaben nach, indem man mit dem Zeichenstift-Werkzeug Vektorpunkte setzt und Ankerpunkte nutzt, um dort Kurven zu erzeugen, wo diese notwendig sind. Am besten platziert man Vektorpunkte nur an den äußersten Kanten der Buchstaben und hält die Ankerpunkte gerade, indem man während des Anpassens Shift gedrückt hält.

Dadurch ist es sehr viel einfacher, deine Form auf Dauer zu bearbeiten. Für eine gute Erklärung, wie das funktioniert, schau dir diese Demo von Jessica Hirsche an.

Bedenke beim Nachzeichnen, dass du deiner Skizze nicht exakt folgen musst. Die Softwareversion ergibt das endgültige Schriftbild, also nimm die notwendigen Anpassungen vor, um das ideale Ergebnis zu erzielen.

5. Stelle deine Schrift-Datei fertig und exportiere sie

Sobald du dein gesamtes Alphabet in Illustrator fertiggestellt hast, stelle sicher, dass deine Buchstaben nach Kategorie (Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, Zahlen und Punktzeichen) gruppiert (CMD + G) sind und in sauberen, gestapelten Reihen angeordnet sind.

Gehe zu Fenster > Erweiterungen und wähle deine Version von Fontself. Ziehe im sich öffnenden Fenster jede Buchstabenreihe in die entsprechende Kategorie.  Deine Schrift wird nun in Fontself geladen.

Screenshot der Erweiterung Fontself Maker
Die Benutzeroberfläche von Fontself. Der Save-Button ermöglicht es dir, deine OTF-Datei zu exportieren. Mit dem Advanced-Button kannst du Buchstabenpaare manuell unterschneiden. Bei dieser Version von Fontself fehlt der Smart-Button, der sich sonst neben Advanced befindet. Bild via Fontself.

Fontself bietet mehrere Optionen, um finale Anpassungen an deiner Schrift vorzunehmen. Es gibt die Live Preview oben, wo du Beispielsätze schreiben kannst, um dein Schrift-Design zu testen. Wenn du auf einen Buchstaben doppelt klickst, kannst du mit den Pfeiltasten seine Platzierung ändern.

Eine der abschließenden Anpassungen, die du vornehmen musst, ist die Unterschneidung, also der Platz zwischen den Buchstaben. Fontself verfügt dazu über eine automatische Funktion („Smart“ genannt), die sich unterhalb der Live Preview befindet. Diese wird dir jede Menge Zeit sparen. Aber in Sachen Design ist das menschliche Auge immer akkurater als ein Computer, daher findest du direkt neben dem Smart-Button einen Button mit der Aufschrift „Advanced“. Wenn du diesen anklickst, kommst du zu einem weiteren Fenster, in dem die Buchstaben nach Unterschneidungspaaren unterteilt sind, die du manuell anpassen kannst. Das kann zeitaufwendig sein, aber vergiss nicht: Selbst das schönste Schrift-Design kann durch schlechte Unterschneidung ruiniert werden.

Animiertes GIF zur Verwendung der Fontself Maker-Oberfläche
Wie man den Smart-Button für automatische Unterschneidung nutzt. Bild via Fontself

Sobald du zufrieden mit deiner Schrift bist, musst du nur noch auf Save klicken. Dann musst du deine Schrift-Datei benennen, eine Zielordner wählen und deine Schrift wird als OTF exportiert. Mit einem Doppelklick auf diese Datei installierst du sie auf deinem Computer.

Und das war’s schon! Du kannst deine Schrift für deine Projekte nutzen, dir ein paar Online-Marktplätze heraussuchen, um sie zu verkaufen, oder dich an die Arbeit für eine fette, kursive oder andere Version machen!

Ein abschließendes Wort zum Schrift-Design

Schrift-Design kann aufgrund der unzähligen zu zeichnenden Symbole und der Zeit, die du für Dinge wie Unterschneidung aufbringen musst, eine ziemliche Herausforderung sein. Das Gefühl, eine eigene Schrift zu haben, die nur dir und niemand anderem gehört, kann es allerdings wert sein, egal ob du sie für ein Unternehmen oder für dich persönlich nutzt.

Schriftzugdesign für Kinderbekleidung
Von ross!e

Alles in allem ist digitales Schrift-Design heutzutage dank moderner Tools deutlich einfacher als noch vor zehn Jahren. Nun kann fast jeder mit ein wenig Übung eine Schrift kreieren. Wenn du jedoch eine Schrift möchtest, die nicht von irgendjemandem entworfen wurde, solltest du einen Designprofi beauftragen, der weiß, was er tut.

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