Spiele gehören in jungen Jahren zu den ersten Erfahrungen, sich mit anderen auszutauschen und Gemeinschaft zu schaffen. Mit ihnen lernen Kinder, untereinander zu kommunizieren und Sachverhalte auszuhandeln. Die Freude am Spielen nehmen wir bis ins Erwachsenenalter mit. Auch vor unseren Design-Wettbewerben machen wir keinen Halt, wenn es ums Spielen geht. Design soll schließlich nicht nur schön, sondern auch spaßig sein!

Spiele sind gesellig. Sie sind ein leichter Zeitvertreib und zugleich fesselnd und herausfordernd. Beim Spielen geht es nicht nur um das Gewinnen und Verlieren, auch wenn diese Aussicht einen weiteren Anreiz schafft. Vor allem implementiert das Wort Spiel Spaß und Vergnügen. Die Freude am Spielen geht mittlerweile weit über Sport-, Gesellschafts- und Computerspiele hinaus. So findet man spieltypische Elemente unterdessen fernab des Wohnzimmers in nicht-spielerischen Kontexten. Ganz besonders in der Werbe- und Entertainmentindustrie hält die Gamifizierung, also das Bedienen spieltypischer Elemente Einzug und eröffnet völlig neue Möglichkeiten der Ansprache, Kommunikation und Kundenbindung.

Gamifizierung_by ID design team

Design von ID design team

Wir wollen doch nur spielen

Ein spielerischer Rahmen gibt fremden Sachverhalten eine persönliche Note und lässt die Grenzen zwischen Sender und Empfänger schnell verschwimmen. Spiele sind Storytelling und Storytelling sind Emotionen. Erfolgreiche Kommunikation braucht Emotionen. Emotionen treiben unser Handeln und unsere Entscheidungen an.

Unsere Online Design-Wettbewerbe zeigen deutliche Parallelen zum Spiel auf. In einem Design-Wettbewerb schreibt ein Auftraggeber online mit Hilfe eines Briefings ein Design aus, auf das sich dann nach dem Crowdsourcing-Prinzip beliebig viele Designer der Community mit Entwürfen bewerben können. Er besteht aus 4 Phasen: der Qualifizierungsrunde (4 Tage), in der all Designer entwürfe einreichen, der Finalistenauswahl (bis zu 4 Tage), der Finalrunde (3 Tage), in der bis zu 6 Designer ihre Entwürfe verfeinern, und der Gewinnerauswahl (bis zu 14 Tage), in der der endgültige Gewinner-Designer vom Auftraggeber bestimmt wird.

Vom Design-Briefing bis hin zur Gewinnerauswahl werden sowohl Auftraggeber als auch Designer auf eine gemeinsame Reise geschickt, die sie zu einem große Teil spielerisch absolvieren. Die Parallelen zum Spiel sind offensichtlich.

Der Weg zum Ziel

Jeder Design-Wettbewerb beginnt mit einem Briefing. Bereits hier sind spielerische Ansätze zu finden. So muss der Auftraggeber kein langes Textpamphlet verfassen, sondern wählt aus verschiedenen vorgegebenen Farben, Attributen und Entwürfen die aus, die seinen Wünschen am nächsten kommen.

Briefing

Ein horizontaler Balken macht jederzeit deutlich, in welcher Phase des Wettbewerbs man sich befindet. Dieser Status ist vergleichbar mit dem Spielstand. Verschiedene „Spielzüge“ bringen ihn näher ans Ziel. Die User-Oberfläche ist visuell ansprechend, klar strukturiert und einfach zu beherrschen. Schließlich soll hier nichts nach harter Arbeit aussehen. Da macht alles gleich dreimal so viel Spaß.

Das Ziel

Es gibt eine Ziellinie, die es zu erreichen gilt, um das Spiel zu beenden und den Gewinn einzuheimsen. Für den Designer ist das Ziel, den Siegerentwurf einzureichen, für den Auftraggeber, ein professionelles, seinen Wünschen entsprechendes Design zu erhalten.

Die Regeln

Spiele brauchen Regeln. Das gilt auch für Design-Wettbewerbe. Die zeitliche Begrenzung der einzelnen Phasen, die begrenzte Anzahl an Finalisten oder auf Designerseite die Einhaltung von Copyright-Richtlinien sichern einen reibungslosen Verlauf.

Die Grafik

Um den Designern während des Wettbewerbs Feedback zu geben, bedient sich der Auftraggeber einem Sterne-Bewertungssystem. Dies erinnert an vergebene Spielpunkte. Ein kleiner Pokal, der am Ende des Wettbewerbs erscheint, symbolisiert den gewonnen Preis und damit das Ende des Spiels. Während jeder Phase des Wettbewerbs zeigt abermals ein Zeitstrahl, wo genau auf der Reise man sich befindet. Social Media Icons zum Teilen der Designs sowie ein Umfragetool machen den Prozess noch geselliger und interaktiver.

Die Grafik

Lernen, unterhalten und motivieren

Während eines Design-Wettbewerbs kommt der Auftraggeber in den Genuss, mit vielen verschiedenen Designer aus der ganzen Welt in Kontakt zu treten und zu kommunizieren. Der Gamification-Ansatz ist hier aus zwei Perspektiven zu beobachten. Zum einen konkurrieren viele Designer um den Gewinn des Wettbewerbes, indem sie ihre oft ganz unterschiedlichen Design-Ideen und -entwürfe einreichen und zum anderen greift die spielerische Komponente für den Auftraggeber, indem er in regem Austausch mit den Kreativen steht, ihre Designs mit Sternchen bewertet, per Nachricht kommentiert und mit ihnen gemeinsam das Ziel ansteuert. Ihre Spielzüge wechseln sich ab: auf das Briefing (Auftraggeber) hin werden Designs eingereicht (Designer), die dann wiederum kommentiert (Auftraggeber) und überarbeitet (Designer) werden. Der Konkurrenzkampf unter den Designern verleiht dem Wettbewerb eine zusätzliche Ebene, die den Ehrgeiz weckt und für Motivation sorgt. Die Designer lernen zudem mit einer spielerischen Trial-and-Error-Methode, ihre Designs zu verbessern und ihre Fähigkeiten auszubauen.

Der spielerische Ansatz lässt die Zeit wie im Fluge verstreichen. Die nicht zu verkennende harte Arbeit und das Überwinden kommunikativer Hindernisse gehen deutlich leichter von der Hand. Das Engagement und die Interaktion sind hoch. Zug um Zug arbeiten sich Auftraggeber und Designer voran, geben Feedback, tauschen sich aus, diskutieren und korrigieren die Entwürfe. So motivieren sich beide Parteien gegenseitig, immer mit dem Ziel im Auge.

Die letzte Phase eines Design-Wettbewerb wird genau genommen als Team absolviert. Der Gewinner-Designer ist gewählt und die finalen Designs werden in enger Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Designer finalisiert. Die Übergabe der finalen Design-Dateien symbolisiert das Durchlaufen der Ziellinie. Das Spiel ist zu Ende und es gibt zwei Gewinner.

Dank Gamifizierung sind Design-Wettbewerbe mehr als nur das Verhandeln von Design. Sie schaffen Erlebnisse und Emotionen, die im Kopf bleiben, und führen nicht selten zu Freundschaften zwischen Designer und Auftraggeber.

Kommt spielen und probiert’s aus!

Dieser Artikel erschien im Original auf medienrot.de