Du hast großartige Idee, ein florierendes Unternehmen oder bist vielleicht eine etablierte Marke, die ihre Botschaft auffrischen und die Verbindung zu ihrer Zielgruppe erneuern möchte. Welchen Grund auch immer du hast, ein gutes Branding wird sich positiv auf dein Unternehmen auswirken. Um dir dabei zu helfen, schauen wir uns in diesem Artikel die 6 Grundsätze für erfolgreiches Branding an.

Illustration: Puzzleteile erfolgreichen Brandings
Illustration von OrangeCrush

6 Grundsätze für erfolgreiches Branding

  1. Frage dich, warum
  2. Markenvision
  3. Informiere dich über deine Konkurrenz und finde dein Alleinstellungsmerkmal
  4. Die Persönlichkeit zählt
  5. Der perfekte Ton
  6. Marken-Guidelines erstellen

1. Frage dich, warum

Warum tust du, was du tust? Mit der Antwort auf diese Frage ermittelst du Werte, Zweck und Auftrag deiner Marke. Eine erfolgreiche, zielgerichtete Marke schafft eine starke Bindung zu deiner Zielgruppe.

Simon Sinek ist Erfinder eines Konzepts, das er The Golden Circle nennt. Dieser Kreis beginnt mit dem WARUM in der Mitte, gefolgt vom WIE und schließlich dem WAS am Rand des Kreises. Er ermutigt uns dazu, von innen nach außen zu denken, vom WARUM zum WIE und dann zum WAS.

The Golden Circle Why How What Grafik von Simon Sinek
Simon Sineks Golden Circle verläuft von innen nach außen. Via Simon Sinek

Du kannst diese Übung selbst durchführen, indem du deinen eigenen Kreis zeichnest und brainstormst und dir diese drei Fragen stellst. Beginne mit der Frage, WARUM du das tust, was du tust, und gehe dann zum WIE und WAS über.

Ein bestimmter Zweck oder eine Überzeugung wird zweifelsohne deine Zielgruppe ansprechen und dafür sorgen, dass sie eine Verbindung zu deiner Marke aufbaut, egal ob du dich dazu entscheidest, ausschließlich Bio-Zutaten zu verwenden oder ein kleines, aber wesentliches Problem der Leute lösen möchtest.

Werbung für Smoothies
Innocent Smoothie vermittelt seine Botschaft klar und deutlich. Via Innocent

Innocent ist ein großartiges Beispiel für ein Unternehmen, das sein „Warum“ klar kommuniziert. Mit ihrem Unternehmensnamen und ihrem Slogan „Tastes good does good“ („Schmeckt gut, tut Gutes“) heben sie ihr tolles Produkt und ihr Engagement für einen guten Zweck hervor (sie spenden 10 % ihres Gewinns für wohltätige Zwecke).

Verpackungsdesign für zeremoniellen Bio-Matcha-Tee
Wunderschönes Verpackungsdesign für Matcha Life von Mila Katagarova

Branding ist erfolgreich, wenn jeder Teil deines Unternehmens deine Werte widerspiegelt. Dieses Verpackungsdesign von Mila Katagarova verwendet Illustrationen von Blättern und einer offenen Landschaft, um auf die ökologischen und natürlichen Werte von Matcha Life hinzuweisen.

2. Markenvision

Sobald du dein „Warum“ geklärt hast, ist es an der Zeit für ein sogenanntes Vision Statement. Dieses definiert, was du erreichen möchtest. Besorge dir also Stift und Papier und schreibe eine paar Antworten auf diese hilfreichen Fragen auf:

Fernglas, Sucher
Fernglas von joffi via Pixabay
  • Überlege, wo du dein Unternehmen in fünf bis zehn Jahren siehst
  • Schreibe dein Statement basierend auf deinem „Warum“ und deinen Unternehmenswerten
  • Achte darauf, dass dein Statement einen klaren Schwerpunkt deines Unternehmens enthält
  • Schreibe dein Vision Statement im Präsens
  • Verfasse dein Statement in klarer und präziser Sprache
  • Stelle sicher, dass dein Statement leicht verständlich ist; frage Freunde und Familienmitglieder, ob deine Vision deutlich wird

Hier sind ein paar Beispiele großer Marken:

  • Dove: Wir bei Dove sind der Überzeugung, dass Schönheit eine Quelle des Selbstvertrauens und nicht des Selbstzweifels ist. Darum helfen wir Frauen, ihr Aussehen positiv zu bewerten, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und ihr Potenzial voll auszuschöpfen.
  • Coca-Cola: Unsere Vision besteht darin, Marken und Getränke zu kreieren, die die Menschen lieben und Körper und Geist erfrischen. Und das auf eine Art und Weise, die ein nachhaltigeres Unternehmen und eine bessere gemeinsame Zukunft schafft, die sich positiv auf das Leben der Menschen, die Gemeinschaften und unseren Planeten auswirkt.

3. Informiere dich über deine Konkurrenz und finde dein Alleinstellungsmerkmal

Crayola-Werbung mit einer Kinderzeichnung einer Rakete, einem einäugigen Oktopus, der mit Barney, dem Dinosaurier, ringt
Crayola-Werbung „Create Anything Imagined” via adsoftheworld.com

Lerne von deiner Konkurrenz, schau sie dir genau an und finde heraus, durch welches Alleinstellungsmerkmal sich deine Marke oder dein Unternehmen von ihr unterscheidet. Dein Alleinstellungsmerkmal ergibt sich daraus, dass du dich anders als deine Konkurrenz positionierst. Statt beispielsweise zu denken, „Meine Stifte sind hervorragend und die Farbe hält so und so viele Stunden“, mache es wie Crayola und sorge dafür, dass dein Produkt gleichbedeutend mit Kreativität ist. Crayolas Vision und Ziel bestehen darin, dass Kinder sich die Frage „Was wäre wenn?“ stellen.

Hier eine praktische Checkliste, um dein Alleinstellungsmerkmal zu finden:

  1. Erstelle eine Liste mit allen Merkmalen und Vorteilen, die dein Produkt oder deinen Service einzigartig machen
  2. Googel deine Konkurrenz und vergleiche deine Merkmale und Vorteile mit ihren. So erhältst du eine klarere Vorstellung davon, welche kleinen (oder großen) Dinge dich von ihr unterscheiden
  3. Überlege dir ein emotionales Bedürfnis, das dein Produkt oder dein Service erfüllt
  4. Betrachte es aus Sicht deiner Kundschaft und schreibe alles auf, was dir in den Sinn kommt
  5. Finde Dinge an deinem Produkt oder Service, die deine Konkurrenz nicht nachmachen kann
  6. Unterstreiche alles, was nicht einfach dupliziert, reproduziert oder kopiert werden kann
  7. Überlege dir Phrasen zu deinem einzigartigen Produkt oder Service und halte sie kurz und knapp

Mithilfe der Worte aus dem vorherigen Schritt kannst du einen Werbeslogan entwickeln, der deiner Kundschaft dein Alleinstellungsmerkmal auf einfachem Wege vermittelt.

Dein perfekter Werbeslogan sollte in so wenigen Worten wie möglich alles umfassen, was du kommunizieren möchtest, und überall zu lesen sein! Achte nur darauf, dass du deinen Slogan durchgängig in deinen Werbematerialien, auf deiner Website, auf deinen Social-Media-Kanälen, in deiner E-Mail-Signatur und natürlich auf deinem Produkt verwendest.

Die besten Werbeslogans sind mehr als nur ein paar Worte. Sie rufen auch Bilder, Emotionen, Erinnerungen und Geschmäcker hervor.

Hier sind ein paar großartige Beispiele, um deine Kreativität anzukurbeln:

  • KFC: „Zum Fingerlecken gut”
  • Red Bull: „Red Bull verleiht Flügel”
  • M&M’s: „Schmelzen im Mund, nicht in der Hand“
  • Haribo: „Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso“
  • Media Markt: „Ich bin doch nicht blöd“

4. Die Persönlichkeit zählt

Was ist eine Markenpersönlichkeit
Illustration von OrangeCrush

Die Entwicklung einer guten Persönlichkeit für deine Marke wird potenziellen Kunden und Kundinnen bei der Entscheidung helfen zu entscheiden, ob du die richtige Marke für sie bist. Die Persönlichkeit sollte sich in deiner gesamten Kommunikation widerspiegeln, von deinem Tonfall und deiner Sprache bis hin zu deiner Schriftart und deinen Farben. All diese Dinge reflektieren deine Markenwerte und somit auch die Werte deiner potenziellen Kundschaft.

Der Aufbau einer Marke basiert darauf, die Buyer Persona zu verstehen. Diese hilft dabei, deine Zielgruppe und ihre demographischen Merkmale wie Alter, Geschlecht, Wohnort und Einkommen zu visualisieren.

Um deine Buyer Persona noch weiter zu definieren, kannst du einen Blick auf diese Details werfen:

  • Beweggründe
  • Ziele
  • Ängste
  • Wünsche
  • Influencer
  • Bevorzugte Marken

Denke darüber hinaus über dein Produkt oder Unternehmen nach und überlege, was für eine Person es wäre. Es kann hilfreich sein, an bekannte Personen und ihre Persönlichkeitsmerkmale zu denken. Buyer Persona und Markenpersönlichkeit sollten viele Gemeinsamkeiten aufweisen.

Schau dir unseren Guide zum Thema Markenpersönlichkeit an >>

5. Der perfekte Ton

ältere Frauen, die eine Sprechtüte auf der Straße vor Passanten benutzen
Foto von Marie S via Unsplash

Ja, mit diesem Grundsatz meinen wir deinen Tonfall. Deine Art der Kommunikation muss deine Zielgruppe direkt ansprechen und eine Verbindung zu ihr aufbauen.

Wenn du Sneaker an Jugendliche verkaufst, würdest du eine andere Sprache nutzen, als wenn du Bettwäsche aus Bio-Baumwolle an Boutique-Hotels verkaufen würdest. Das mag zwar selbstverständlich klingen, aber es ist wichtig, dass du deine Zielgruppe im richtigen Ton ansprichst, da in einem überfüllten Markt die Stimme deiner Marke ansonsten ungehört bleibt.

Schau dir unseren Guide zum Thema Markenstimme an >>

6. Marken-Guidelines erstellen

Layout Markenrichtlinien
Marken-Guideline-Design von Graphyte

Kommen wir zum letzten Grundsatz. Nun, da du gründlich recherchiert und dein einzigartiges Angebot ausgearbeitet hast, ist es an der Zeit, Marken-Guidelines zu erstellen. Marken-Guidelines helfen dir, bei deiner gesamten Kommunikation – von der Verpackung über deine Website bis hin zu deiner E-Mail-Signatur – einheitlich zu bleiben. All dies trägt zu einer abgerundeten und wiedererkennbaren Marke bei.

Folgendes sollte in deinen Marken-Guidelines enthalten sein:

  1. Unternehmenslogo und Slogan
  2. Farbpalette
  3. Typografie
  4. Dokumentengestaltung
  5. Digitale Gestaltung

Schau dir an, wie du in fünf Schritten Marken-Guidelines erstellst >>

Die Grundsätze in die Praxis umsetzen

Denke daran, zu klären, WARUM du das tust, was du tust, dich über deine Konkurrenz zu informieren und dir ihr gegenüber einen Vorteil zu verschaffen. Unterschätze zudem niemals, wie wichtig es ist, deine Zielgruppe zu verstehen und eine Verbindung zu ihr aufzubauen.

Da du nun die Grundsätze für erfolgreiches Branding hast, solltest du sie dir immer wieder anschauen, wenn du eine Auffrischung benötigst! So bist du auf dem besten Wege, ein beeindruckendes, erfolgreiches Branding für dein Produkt oder deinen Service zu entwickeln.

Du möchtest das perfekte Design für dein Unternehmen?
Dann arbeite mit unserer talentierten Design-Community.

Biografie

Amy Brennan Whittington ist Autorin mit jahrelanger Agentur-Erfahrung und hat unter anderem Kampagnen für IBM, American Express sowie Marie Curie Cancer Care entworfen. Sie lebt mittlerweile in Cornwall und ist Mitbegründerin des Branding- und Verpackungsunternehmens The Mutiny Agency. Wenn sie nicht gerade Kampagnen kreiert oder Content schreibt, sieht man sie im Meer schwimmen!