Streng genommen ist digitales Marketing schlicht Marketing auf digitalen Kanälen. (Ziemlich offensichtlich, oder?) Aber was bedeutet das? Wie unterscheidet sich digitales Marketing von traditionellem Marketing? Und warum solltest du es für dein Unternehmen in Erwägung ziehen? In diesem Artikel erklären wir alles, was du wissen musst.

Was ist digitales Marketing?

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Der Einzelhandel hat sich durch digitales Marketing und Unternehmen wie Amazon verändert. Design einer Reklametafel von LittleFox

„Digitales Marketing“ beschreibt im Grunde jede Form von Marketing, bei der digitale Tools und Kanäle genutzt werden.

Jahrzehntelang haben Marketing-Teams auf dasselbe Rezept in Form von TV-Werbung, Printanzeigen und Reklametafeln zurückgegriffen, um Kunden von den Produkten und Dienstleistungen der Unternehmen zu erzählen und sie zu überzeugen, ihr Geld auszugeben. Dann kam in den 1990er Jahren das Internet und die Anzahl der Webseiten explodierte. Die neu aufgekommenen Kanäle, wie Facebook im Jahr 2004 und Google 2007, haben einen ganz neuen Marketingbereich geschaffen.

Früher ging man an digitales Marketing genauso heran wie an herkömmliches Marketing, nur dass man die neuen Kanäle benutzte: Sprich auf deiner eigenen Website über deine Produkte, schalte ein paar Werbebanner auf beliebten Webseiten und Onlinepublikationen (genau wie Printanzeigen in Magazinen) und verkaufe deine Produkte dann auf die gleiche Art, wie du sie immer verkauft hast. Mit der Zeit aber realisierten die Marketingexperten, dass die digitale Welt ganz neue Wege zu bieten hatte, mit Kunden zu interagieren und ihnen etwas zu verkaufen, und dies forderte eine ganz andere Herangehensweise (mehr dazu gleich).

Eine weitere Veränderung ist, dass Marketingabteilungen früher ein digitales Team hatten, welches getrennt war vom herkömmlichen Team, das an TV- und Print-Werbung arbeitete. Heutzutage ist alles im Marketing digital und es muss vollständig in die gesamte Marketingstrategie deines Unternehmens integriert sein

Weshalb ist digitales Marketing wichtig für dein Unternehmen?

Du musst kein digitaler Experte sein, um zu wissen, dass deine Kunden sehr viel Zeit (und Geld) online verbringen. Also wirklich VIEL. Sie googeln, scrollen durch ihren Newsfeed, posten Selfies auf Instagram und chatten mit Freunden auf WhatsApp. Das bedeutet, dass deine Marketingkampagnen auch in diesen Situationen präsent sein müssen.

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Digitales Marketing hilft dir, den Vorstandsvorsitzenden eines großen Unternehmens zu erreichen, während er auf Koh Samui urlaubt, einen Hunde liebenden Bücherwurm in den Northwest Territories von Kanada oder einen grauhaarigen, freigeistigen Unternehmer, der sein Online-Unternehmen in Santa Monica aufbaut. Newsletter-Bilder von LittleFox

Digitales Marketing kann wirkungsvoller sein als traditionelles Massenmarketing:

  • Es lässt dich deine Zeit und dein Geld dort investieren, wo Kunden ihre Zeit und ihr Geld verbringen. (Es schafft zudem eine Balance zwischen großen und kleinen Unternehmen, da du du damit sehr viel erreichen und gegenüber deiner Konkurrenz herausstechen kannst, ohne über ein riesiges Marketingbudget zu verfügen.)
  • Es ist sehr viel zielgerichteter und kann „superpersonalisiert“ auf eine bestimmte Zielgruppe sein.
  • Es ist sehr schnell und flexibel. Du kannst problemlos von einem Tag auf den nächsten deine Investition erhöhen oder verringern und entweder eine Idee weiterverfolgen, wenn sie funktioniert, oder es sein lassen, wenn du siehst, dass sie kein Engagement generiert.

Wie legst du mit digitalem Marketing los?

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Seien wir ehrlich, eine einfache Website ist einer der allerersten Schritte, um online loszulegen. Illustration von Spoon Lancer

Um mit digitalem Marketing zu beginnen – wenn du wirklich bei Null anfängst – musst du alle Grundlagen kennen, die zwar nicht so sexy, aber wahnsinnig wichtig sind. Das bedeutet:

  • Eine Website zu erstellen, die optimiert ist für den Nutzer (leicht zu navigieren und mit einer klaren Botschaft), für verschiedene Geräte (die auf allen verschiedenen Mobiltelefonen und Bildschirmgeräten funktioniert) und für Suchmaschinen (damit Google und Co. dich finden können).
  • Eine Social-Media-Präsenz entwickeln, für den Anfang beispielsweise eine einfache Unternehmensseite auf LinkedIn, eine Facebook-Seite, einen Instagram-Account – oder alle drei.
  • In ein paar bezahlte Anzeigen zu investieren – Ein paar einfache Anzeigen bei Facebook oder Google, damit mehr Leute sehen, was du postest.

Wenn du diese Grundlagen nicht hast, kümmere dich um sie, bevor du mit dem spaßigen Teil weitermachst. Wenn du bereit bist, kannst du damit loslegen, mit den neuesten Trends in Sachen Strategie, Design und Ausführung zu experimentieren.

Grundlagen des digitalen Marketings: Die 5 Ws

1. WARUM willst du digitales Marketing nutzen?

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Deine Ziele zu verstehen wird dir helfen, einen digitalen Marketingplan zu erstellen, der für dich ins Schwarze trifft.  Illustration von Pinch Studio

Bevor du etwas tust, musst du immer zuerst verstehen, warum du es tust. Wie sieht deine Vision für dein Unternehmen aus? Welche Ziele hast du dieses Jahr? Welche bestimmten Ziele hast du in Sachen Marketing und welche Rolle wird dabei digitales Marketing spielen?

Digitales Marketing kann deinem Unternehmen helfen, ein größeres Publikum zu erreichen; baue Beziehungen zu diesen potenziellen Kunden auf, indem du sie zu Fans deiner Marke machst; und verkaufe schließlich mehr von deinen Produkten und Dienstleistungen. Worauf wird dein Fokus also liegen? (Und nein, du kannst nicht alles machen – zumindest nicht auf gleichzeitig!)

Entscheide dich, was du dir von deinem digitalen Marketing erhoffst, bevor du dich mit Facebook- oder Instagram-Videos, Artikeln oder diversen Werbeformaten beschäftigst.

2. WER ist deine Zielgruppe?

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Deinen idealen Kunden ganz genau zu kennen wird dir helfen, deine Kampagnen so zu gestalten, dass sie diesen Kunden ansprechen. Avatare von LittleFox

Um deine potenziellen Kunden zu erreichen, musst du zuerst wissen, wer diese Kunden sind! Was weißt du von ihnen? Was wollen sie? Welche Probleme haben sie? Was brauchen sie? Genauer: Wo hängen sie rum?

Die Antworten auf diese Fragen werden dir helfen, Content zu kreieren und Kanäle zu wählen, um von den richtigen Leuten zur richtigen Zeit gesehen zu werden und das mit einer Botschaft, die für sie relevant und bedeutungsvoll ist.

3. WAS für Content wirst du kreieren?

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Content zu kreieren, den deine Kunden auch wirklich sehen wollen, ist essenziell. Illustration von Sveta Medvedieva

Beim digitalen Marketing geht es nicht um große Werbekampagnen, die den Leuten sagen, dein Produkt zu kaufen.

Stattdessen geht es um Content: Content zu kreieren und zu teilen, der Menschen zu deiner Marke lockt, einen Wert hat und Vertrauen zu deinen potenziellen Kunden aufbaut und sie dann davon überzeugt, dass deine Produkte und Dienstleistungen die beste Lösung für ihre Probleme bieten.

Dein Content sollte sich an diesem magischen Platz befinden, an dem deine Marke – und das, wofür sie steht – sich mit deinen Kunden und ihren Wünschen überschneidet. So verbreitest du deine Botschaft und deine Kunden werden wirklich interessiert an dem sein, was du zu sagen hast.

Die aktuellen Trends für digitalen Content

  • Videoproduktion: Facebook, YouTube, Instagram… Alle großen Plattformen setzen auf Videos und das bedeutet, dass deine Videos automatisch von mehr Leuten gesehen werden als Artikel und schöne Bilder allein. Videos sind auch ein toller Weg, um eine emotionale Bindung zu deinem Publikum aufzubauen, also schaue dir an, wie man Videos für Social Media macht.
  • Live Video: Live Streaming wächst schnell. Diese Form des Videos wird von allen großen Kanälen gefördert, da es die Leute nicht nur dazu bringt zuzuschauen, sondern auch zu kommentieren und zu teilen. Ein Live Video weckt ein Gefühl von Dringlichkeit (es passiert in diesem Moment!) und Aufregung und verkleinert die Lücke zwischen Publikum und deinem Unternehmen.
  • „Mikro-Content“ und Storys: In einer Zeit, in der die Aufmerksamkeitsspannen kürzer sind als jemals zuvor, funktioniert kurzer Content sehr gut. Ein gutes Beispiel ist das Aufkommen von „Storys“ auf Facebook und Instagram – und die gute Nachricht ist, dass kürzere Posts weniger Zeit in Anspruch nehmen!
  • Langer Content: Warte, was? Ja, neben kurzem Content sehen wir auch längeren Content. Denke nur mal an Binge-Watching auf Netflix, lange YouTube-Sessions und der neuen IGTV-Plattform auf Instagram, wo du lange Videos hochladen kannst, um mehr von einer Geschichte zu erzählen.
  • Interaktiver Content: Dein Ziel ist es, ein sehr abgelenktes und passives Publikum dazu zu bekommen, nicht weiter zu scrollen und ein bisschen Zeit mit deiner Marke zu verbringen. Instagram Storys sind hier wieder ein gutes Beispiel, da sie dich alle möglichen Sticker, Umfragen und Fragen nutzen lassen, um eine Reaktion zu erhalten.

Schau dir diesen Artikel über 10 Wege, auf denen tolles Design deine Content-Marketingstrategie verändert, an.

4. WO wirst du deinen Content online verbreiten?

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Deine Kunden müssen dich dort zu sehen bekommen, wo sie ihre Zeit verbringen. Handgezeichnete Illustration von Naska design

Sobald du weißt, welchen Content du kreieren wirst, musst du entscheiden, wo du ihn veröffentlichst. Es ist nicht ganz so einfach, wie nur schnell mal ein Video oder Post auf Facebook zu posten. Es ist auch nicht besonders wirkungsvoll, denselben Content im selben Format auf jedem Kanal zu posten. Du musst den richtigen Kanal wählen, basierend auf deinem Ziel, der Art des Contents und wo deine Zielgruppe ihre Zeit verbringt.

Die aktuell angesagtesten Kanäle

  • Facebook-Gruppen: Durch einen veränderten Algorithmus, durch den Seiten und Seiten-Posts weniger wirkungsvoll sind, hat sich Facebook mehr auf Gruppen konzentriert – und du solltest das auch. Gruppen können dir helfen, eine engagierte Community echter Fans deiner Marke aufzubauen.
  • Influencer Marketing: Dich mit Leuten zusammenzuschließen, die von deiner Zielgruppe als Vorbilder oder Experten angesehen werden, kann ein großartiger Weg sein, diese Zielgruppe zu beeinflussen, damit sie deine Marke in Erwägung zieht. Du musst nur darauf achten, dies transparent und authentisch zu machen (siehe Nr. 5 unten!).
  • Messenger Apps: Deine Kunden verbringen immer mehr Zeit mit Apps wie WhatsApp und Messenger. Die meisten Marken haben auf diesen Kanälen noch nicht mit dem Marketing begonnen, aber wenn du ein Wegbereiter sein willst, gibt es hier jede Menge Potenzial, um direktere und bedeutungsvollere Beziehungen zu deiner Zielgruppe aufzubauen.
  • Künstliche Intelligenz (KI): Nein, Roboter übernehmen (noch) nicht die Weltherrschaft, aber Chatbots zu nutzen, um Nachrichten von Kunden zu beantworten, kann dein Team entlasten, damit es an wichtigeren Dingen arbeiten kann. Unternehmen schauen sich auch an, wie sie ihren Content für Sprachsuchen optimieren können, und bringen markenspezifische „Skills“ für virtuelle Assistenten wie Alexa heraus.
  • Google My Business: Jeder weiß, dass Google wichtig ist und eine neuere Entwicklung, die man in Betracht ziehen sollte, ist die Erstellung und Optimierung deines Profils für Google My Business. Es ist nicht ganz so aufregend wie KI, aber es wird dir eine bessere Präsenz bei der Suche liefern, besondern für lokale Suchen und Google Maps.

5. WIE wirst du deinen Content wirksam zum Leben erwecken?

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Der letzte Schritt besteht darin, all das zum Leben zu erwecken. Kartendesign von Suzan yousef

Wenn ein Kanal neu ist, bekommen die Unternehmen, die ihn direkt nutzen, große Ergebnisse für kleinen Aufwand. Da es digitales Marketing nun schon etwas länger gibt und immer mehr Unternehmen die Bedeutung von Content verstehen, gibt es jede Menge davon.

An einem chaotischen Ort, an dem jeder jeden Tag mit Marketingbotschaften bombardiert wird und wo es immer strengere Vorschriften zum Datenschutz gibt, ist die Umsetzung deiner Strategie genauso wichtig wie die Strategie selbst.

Aktuell bewährte Methoden

  • Verbreitung vor Kreation: Die meisten Unternehmen sind momentan damit beschäftigt, Content zu kreieren, und das bedeutet, dass du noch härter arbeiten musst, damit dieser Content gesehen wird. Poste nicht nur ein Mal und denke, das genügt – du musst auf all deinen Kanälen veröffentlichen, werben und wieder veröffentlichen.
  • Engagement vor Reichweite. Früher hättest du dich über viele Likes auf deiner Facebook-Seite gefreut. Heutzutage ist die Anzahl der Follower weniger wichtig als die Anzahl der wirklich aktiven Follower, also der Leute, die deinen Content sehen, mit ihm interagieren und auf ihn reagieren. Das sind die Dinge, die du verbessern solltest.
  • Personalisierung: Die Leute haben keine Lust mehr auf Massenmarketing und wollen maßgeschneiderten Content und Botschaften, welche sie direkt ansprechen. Überlege, wie du einen persönlichen Touch einbringen und mit ihnen 1-zu-1 interagieren kannst. (Du kannst sogar Chatbots dabei nutzen.)
  • Authentizität: Deine Kunden, besonders die berühmten Millennials und ihre nachfolgende Generation, sehen Unternehmen, die viel versprechen und wenig halten, zynisch. Sie bevorzugen Ehrlichkeit statt Perfektion und Täuschung, also versuche, dies in deinem Marketing zu berücksichtigen.
  • Transparenz: Angesichts der Sorgen um Hacks und Missbrauch ihrer Daten legen Kunden immer mehr Wert auf eine ehrliche und offene Herangehensweise, bei der deutlich wird, was ein Unternehmen mit ihren Daten macht und warum. Stelle sicher, dass du dich an alle Vorschriften hältst und vor allem, dass du die Interessen deiner Kunden an erste Stelle stellst.

Leg los!

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Illustration von OrangeCrush

Beinahe alles Marketing ist heutzutage digital. Selbst Offline-Aktivitäten nutzen digitale Tools wie iPads oder Mobiltelefone oder interaktive Werbetafeln. Digitales Marketing gibt dir die Möglichkeit, zielgerichteter, personalisierter und interaktiver bei deinen Kampagnen zu sein. Schließlich hilft es dir, neue Zielgruppen zu erschließen und aus potenziellen Kunden tatsächliche Kunden zu machen – oder, noch besser, echte Fans. Schon überzeugt? Dann ist es Zeit, loszulegen und deinen Content zuteilen.

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