Kreativität – mittlerweile ein sehr dehnbarer Begriff. Überall findet er heutzutage seinen Platz. Ob im Kindergarten beim Basteln oder in der Jobanzeige für die Top-Manager-Position. Alle sind rund um die Uhr immer kreativ. Und da Berlin ja quasi die Geburtsstadt für pure, erfrischende, kreative Energie ist, habe ich mich mal umgesehen und genauer hingeschaut, wo denn hier die Hotspots sind.

#1 Aufbau Haus

Aufbau Haus

Foto: Aufbau Haus 84-85 © Reno Engel

Vom ehemaligen Fabrikgebäude zum Verlagshaus, Kulturtreffpunkt, Konsumtempel für Kreative, Bürospender für Architekten und Event-Marketing-Profis, mit Club, Theater, Café und vielem mehr, was das Künstlerherz begehrt. Seinen Namen verdankt es, ganz klar, dem Aufbau Verlag. Und aufbauen tut sich hier so allerhand: mit der Auszeichnung „Ausgezeichneter Ort 2013/14“ sind sie einer unter 100 Preisträgern im Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“. Der flächenmäßg größte Mieter ist der Kreativ-Shop Modulor. Auf einer Gesamtfläche von 10.000 m² findet man hier seit 2011 über 16.000 Artikel von Farben über Blechen bis hin zum Galeriebedarf. Als weiterer Mieter hat im Aufbau Haus auch die Design Akademie Berlin ihren Sitz. Das Aufbau Haus ist ein Allrounder, in dem jeder kreative Kopf findet, wonach er sucht.

Aufbau Haus

Foto: Aufbau Haus 84-85 © Reno Engel

Weitere Informationen

Prinzenstraße 85, 10969 Berlin
www.aufbauhaus.de

#2 betahaus

Betahaus Berlin

Quelle: Flickr

Das betahaus ist der Coworking-Space schlechthin. In Berlin ausgedacht und umgesetzt und mittlerweile sogar auch in Hamburg, Barcelona und Sofia zu finden. Der alte Gewerbehof bietet auf vier Etagen Büros, Werkstätten, Vortragssäle, Workshops und ein Café. Auf allen Ebenen wird zusammengearbeitet, denn »es geht nicht um den Schreibtisch und die Internetverbindung, sondern wen kann man hier treffen, was für ’nen Content kann man hier bieten.«, sagt Gründerin Madeleine von Mohl. Hier kann man in optimistischer, positiver Atmosphäre seine Visionen umsetzen und unter dem Einfluss von anderen Freigeistern weiterspinnen und teilen.

Weitere Informationen

Prinzessinnenstraße 19–20, 10969 Berlin
www.betahaus.com/berlin/

#3 Prinzessinnengarten

Prinzessinnengärten Berlin

Quelle: Wikipedia

Ein kleines Paradies inmitten des Großstadtverkehrs: der Prinzessinnengarten. Auf einer ursprünglich brachliegenden Fläche von 6000 qm ist hier 2009 ein urbaner Garten entstanden. Betritt man das Gelände, steht man prompt im Beet. Geht man etwas weiter an den mobilen Beeten vorbei, steht man plötzlich in einem zarten Wäldchen, in dem Tische, Stühle und ein Büdchen zum Verweilen einladen. Jeder kann mitmachen. Alle sind willkommen. Trotz urbanem Leben mehr Unabhängigkeit von der globalen Lebensmittelindustrie ist eine der Kernideen. Gärtnern ist Ruhe für die Seele. Man ist draußen an der frischen Luft und erschafft etwas Neues, Lebendiges mit den eigenen Händen. Wer also mal eine kreative Pause braucht, ist hier an der richtigen Stelle und wenn auch nur für einen Kaffee.

Weitere Informationen

Prinzenstraße 35–38, 10969 Berlin
http://prinzessinnengarten.net/wir/

#4 SUPERMARKT

Vom hippen Kreuzberg zum schmucken Wedding. Ein unterschätzter Bezirk, der viele Orte in sich birgt, die entdeckt werden wollen. Wie zum Beispiel: SUPERMARKT. Denn SUPERMARKT bietet nicht nur Coworking-Spaces, sondern ist gleichzeitig auch ein Konferenz-und Workshopzentrum mit Café und Bibliothek. Die Tische im Café laden zum Malen und Bekritzeln ein, denn die sind mit braunem Packpapier bezogen. So geht bestimmt keine Idee mehr verloren.

Weitere Informationen

Brunnenstraße 64, 13355 Berlin
www.supermarkt-berlin.net

#5 St. Oberholz

St. Oberholz

Quelle: Flickr

Das zweistöckige Café am Rosenthaler Platz ist Großraumbüro und Café in einem. Neben wirklich guter Verpflegung, Kaffee und kostenlosem W-Lan bietet das St. Oberholz über dem Gastraum auch noch Co-Working-Space für Mitglieder an. Als Mitglied genießt man eine Kaffee- und Teeflatrate, einen Arbeitsplatz mit wechselndem Sitznachbarn und Schlüssel. Es gibt sogar Telefonkabinen und einen Podcast-Aufnahmeraum. Und wenn man es nicht mehr nach Hause schafft, sind oben drüber Appartements, die vermietet werden. Als Ko-Wor-King-Mitglied kann man sogar für eine Woche nach Valencia ins Partnerhaus fahren. Ja ja, die Oberholzens wissen schon, warum sie „Lege nicht alle Eier in einen Korb“ an ihre Fassade schreiben …

Weitere Informationen

Rosenthaler Straße 72a, 10119 Berlin
www.sanktoberholz.de

#6 RAW Gelände

RAW Gelände Berlin

Quelle: Flickr

Ursprünglich mal das Reichsbahnausbesserungswerk, heute Raum für Kreativität, Kultur, Sport und Nachtleben. Der Verein RAW-Tempel e. V. sorgt als Projektleiter für Betrieb. Ihr Ziel: Freiräume schaffen. Hier ist Platz für Ateliers, Produktionsräume, Werkstätten, Übungs- und Veranstaltungsräume. Jeder findet hier seine Nische, egal ob professioneller Künstler oder Laie. Graffitis sorgen für lebendige Wände, die Skater üben fleißig Tricks und sonntags ist Village Market im »Neue Heimat«, um die zuvor vertanzte Energie wieder in den erschöpften Körper zu bringen.

Weitere Informationen

Revaler Straße 99, 10245 Berlin-Friedrichshain
www.raw-tempel.de

Mehr: Berlin, Village Market, jeden Sonntag, 12 bis 22 Uhr

#7 East Side Gallery

EastSideGallery

Quelle: Wikipedia

Wer von bemalten Wänden und geschichtsträchtigen Mauern nicht genug bekommen kann, sollte gleich noch einen Abstecher zur East Side Gallery machen. Sie ist nicht nur der am längsten am Stück erhaltene Teil der Mauer, sondern gleichzeitig auch noch die größte dauerhafte Freiluft- Ausstellung weltweit. Was damals auf der Westseite zur Normalität gehörte, ist für den zuvor noch eingegrenzten »Ossi« der Inbegriff der Freiheit: Die Mauer zu berühren, geschweige denn sie zu bemalen, ist Jahrzehnte unvorstellbar gewesen. Über 100 Künstler aus aller Welt haben ihrer Freude über den Mauerfall 1990 hier Ausdruck verliehen. 2009 kamen 87 Künstler zurück und malten ihr Bild erneut auf die Mauer.

Weitere Informationen

Mühlenstraße, 10243 Berlin-Friedrichshain
www.eastsidegallery-berlin.de