Als Grafikdesigner hast du mit der Arbeit für deine Kunden und dem, was du am besten kannst, nämlich kreativ sein, bereits allerhand zu tun. Die Vorstellung, dich selbst zu vermarkten, kann sich etwas komisch anfühlen – besonders wenn du es noch nie getan hast.

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Kein Grund, das Rad neu zu erfinden! Design von Yokaona

Vergiss alles, was du über traditionelles Marketing weißt, und lass dir etwas gesagt sein: Dich selbst zu vermarkten ist wichtig für einen erfolgreichen Designer, um dein Unternehmen wachsen zu lassen. Wie sollen die Leute sonst wissen, dass es dich gibt und dass du die Antwort auf ihre kreativen Fragen bist?

Es müssen keine sinnlose Eigenwerbung oder schmierige Verkaufstaktiken sein und es muss auch nicht kompliziert sein. Es beginnt mit etwas Selbstwahrnehmung und damit, deine Marke zu verstehen. Dann kannst du die richtigen Schnittstellen finden, die Leute kontaktieren und schließlich tolle Beziehungen entwickeln (und idealerweise Stammkunden gewinnen).

Als geborener Geschichtenerzähler schaffst du das ohne Probleme. Mit ein bisschen Hingabe und Muskelschmalz kannst du dich selbst vermarkten und die Liste deiner potenziellen Kunden anwachsen lassen.

Dieser Artikel zeigt, wie du dich als Designer selbst vermarktest – ohne dass es sich komisch anfühlt. Lass uns direkt loslegen.

1. Hab ein starkes Fundament

Einen Moment noch, Champ. Bevor du anfängst, von den Dächern zu rufen, sorge dafür, dass dein persönliches Branding in einwandfreier Form ist. Du bist bereit, durchzustarten, wenn du dir im Klaren darüber bist, wer du als Designer bist, wofür du stehst, und genau weißt, auf wen du es abgesehen hast. Auf ein gutes Fundament kannst du nicht einfach verzichten, weil es deine gesamte Marketingstrategie beeinflussen wird.

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Ein bisschen harte Arbeit wird große Ergebnisse erzielen. Design von Spoonlancer.

Dies erfordert ein bisschen Selbstwahrnehmung. Wenn du also beim ersten Schritt etwas überfragt bist, schlagen wir vor, zuerst über den Zweck deiner persönlichen Marke nachzudenken, beziehungsweise über dein „Warum?“.

  • Warum stehst du morgens auf und tust, was du tust?
  • Was willst du letztendlich erreichen? Dies könnte beruflicher Erfolg sein oder andere mit deinen kreativen Talenten zu unterstützen.

Denke dann über deine Kernwerte nach. Wofür stehst du? Was ist dir privat und beruflich am wichtigsten? Kreativität und Innovation? Integrität und Respekt? Disziplin und Verlässlichkeit? Lass deine Kommunikation von diesen Werten antreiben.

Wenn du dein Wissen noch ein bisschen auffrischen musst, schaue dir unsere Tipps dazu an, wie du dich als Designer brandest.

2. Lasse das Internet für dich arbeiten

Screenshot of designer instagram
Screenshot of designer instagram
99designs Designer C A P S hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Ein zusammenhängender und fantastischer Feed, ein einfacher CTA und ein gutes Follower/Following-Verhältnis.

Wir haben ein paar Neuigkeiten und dafür solltest du dich besser setzen: Das Internet zu beherrschen ist essenziell, um dich als Designer zu vermarkten.

Ich weiß, ich weiß. Bahnbrechend! Aber warte ab. Deine Marke ist definiert und du hast eine Vorstellung davon, wer deine Kunden sein sollen. Jetzt kannst du die passendsten Online-Kanäle aussuchen, um eine Präsenz aufzubauen und die richtigen Leute zu erreichen. Beliebte soziale Netzwerke sind eine offensichtliche Wahl für den Anfang – Instagram ist eine sehr kreative und visuelle Plattform, während LinkedIn die professionellste Plattform ist, um Unternehmen zu kontaktieren.

Schaue dir an, welche Plattform für Freelancer du außerdem beitreten willst. 99designs bietet Designmöglichkeiten und engagierten Support, während Behance sich großartig eignet, deine besten Arbeiten zur Schau zu stellen. Dies ist super, um dein Marketing zu messen.

Pro-Tipp: Trenne deine persönlichen Accounts von deinen beruflichen (deine Leidenschaft für Death Metal passt eventuell nicht ganz so gut zu deinen Unternehmensdesigns).

Der Punkt ist, das Internet ist gratis! Und es kann alles sein, was du möchtest! Außerdem brauchst du einen Ort, um potenzielle Kunden zu gewinnen. Ob das nun dein Instagram, eine Plattform für Freelancer, dein E-Mail-Postfach oder deine persönliche Website ist, such dir deinen Platz im World Wide Web und lade die Welt dazu ein, mit dir zu arbeiten.

3. Baue dein Publikum auf

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Es dauert etwas, dein Publikum aufzubauen, also beginne damit lieber früher als später. Design von Natalia Maca.

„Wenn du es baust, werden sie kommen“ klingt großartig in der Theorie, aber freiberufliche Designer wissen, dass die Realität oft anders aussieht. Jeder beginnt mit null Website-Besuchern und Followern, daher musst du am Anfang deines Marketing-Weges aktiv dein Publikum aufbauen. Dazu gehört Geben und Nehmen.

Suche nach deinen idealen Kunden und verbinde dich mit ihnen auf LinkedIn, folge Leuten, die du bewunderst, auf Instagram und lade Gleichgesinnte dazu ein, deine Facebook-Seite zu liken. Hier kommt der „Geben“-Teil: Zusätzlich zum regelmäßigen Teilen deiner eigenen Arbeiten kannst du Besucher anziehen, indem du großzügig mit deinen eigenen Likes und deiner Unterstützung bist. Wenn du bereits genügend Leuten folgst, mit denen du wirklich auf einer Wellenlänge bist, sollte dies absolut kein Problem sein.

Beständigkeit ist unerlässlich – und ebenso ist Cross-Linking. Füge Links zu deinen anderen sozialen Netzwerken dort ein, wo es Sinn ergibt, beispielsweise in deiner E-Mail-Signatur. Mit ein bisschen Geduld und Mühe wirst du langsam sehen, wie dein Publikum wächst.

4. Bleib dabei

Es ist nicht genug, nur dazusitzen und zu scrollen. Du musst auch deine Design-Muskeln spielen lassen. Zusätzlich zu deinen fertigen Arbeiten solltest du auch deine laufenden Arbeiten zeigen und potenziellen Kunden einen Einblick in deinen Arbeitsablauf gewähren. Du kannst auch Inhalte von anderen teilen (mit Erlaubnis und angemessener Quellenangabe natürlich!), die dir und deinem Publikum gefallen. Das hilft dabei, dich als bewandert in deinem Bereich zu positionieren und eine Community aufzubauen.

Swiss musical illustration process
Swiss musical illustration process
Teile deine Skizzen, um deinen Arbeitsablauf zu zeigen. Design von kuyanami.
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Wenn du Hilfe dabei benötigst, Inhalte zu finden, vergiss nicht, dass Skizzen deine Freunde sind. Alles, was du mit der Welt teilst, selbst wenn es unfertig ist, trägt zu deiner Designstory bei und macht die Dinge persönlicher. Oftmals wollen Kunden die ganze Person engagieren und nicht nur einen Roboter, der Photoshop bedienen kann. Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier darin, etwas zu zeigen und nicht nur zu erzählen.

Und keine Sorge: Wenn du noch am Anfang stehst, kannst du auch persönliche oder leidenschaftliche Projekte teilen oder Arbeiten, die du für Freunde und Familie gemacht hast.

5. Baue authentische und langfristige Beziehungen auf

Es geht voran. Du teilst deine Arbeit, lobst und bekommst wahrscheinlich auch ein paar Anfragen dank eines flotten CTAs.

Interior coworking space
Networking sollte sich natürlich anfühlen. Es geht darum, zu den Leuten um dich herum Beziehungen aufzubauen. Via Unsplash.

Wenn es darum geht, die Leute anzusprechen, hilft es, eine Gemeinsamkeit zu finden und so natürlich wie möglich in die Unterhaltung einzusteigen. Seid ihr in derselben Stadt aufgewachsen? Unterstützt ihr das gleiche Basketball-Team? Sei du selbst, halte das Gespräch authentisch und verhalte dich wie ein Mensch. Nimm dir die Zeit, um ein ordentliches Gespräch zu führen, bevor du zum Pitch kommst. Wenn du es richtig anstellst, wird dein Pitch überhaupt nicht nach einem Pitch klingen.

Bevor du auf deine Dienste zu sprechen kommst, solltest du erst zuhören und die Bedürfnisse des Kunden verstehen, damit du mit einer Lösung zu seinem Problem antworten kannst. Schaue, inwiefern du für deinen Kunden wertvoll sein kannst, damit er beeindruckt genug ist, sich an dich zu erinnern, selbst wenn er dich heute nicht engagiert. Vielleicht empfiehlt er dich sogar jemand anderem oder kommt später auf dich zurück, um dich zu engagieren. Lasse es langsam angehen und konzentriere dich nicht auf den schnellen Verkauf.

6. Halte den Kontakt

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Eine personalisierte Notiz an einen potenziellen Kunden kann den richtigen Eindruck hinterlassen. Noch besser ist, wenn du sie selbst designst. Via Unsplash.

Unabhängige Kreative wissen, dass es entmutigend sein kann, morgens als erstes einen leeren Posteingang vorzufinden. Aber sei geduldig mit dir selbst und anderen und vergiss nicht, dass die Menschen viel zu tun haben. Es kommt unglaublich häufig vor, dass potenzielle Kunden sich ein Jahre lang gar nicht melden und dann auf dich zurückkommen, um dir zu sagen, dass sie mit dir arbeiten wollen.

Warte also nicht darauf, dass sich Kunden bei dir melden. Finde eine Balance zwischen dem Finden neuer potenzieller Kunden und dem Kontaktieren früherer Kunden. Zu früheren Kunden lässt sich sehr gut Kontakt aufnehmen. Da sie bereits mit dir gearbeitet haben, ist die Hürde geringer. Melde dich bei Leuten, von denen du schon eine Weile nichts gehört hast, und schaue, ob sie irgendwelche anstehenden Projekte haben. Frage eventuell auch nach Empfehlungen, da deine Kunden sehr wahrscheinlich auch ähnliche kleine Unternehmen kennen und dich sehr gern empfehlen werden, wenn sie von deiner Arbeit beeindruckt waren. Und schließlich solltest du neue Medien ausprobieren, um mit Leuten in Kontakt zu kommen, die du bereits auf andere Wege erreicht hast. Bevorzugen sie lieber Direktnachrichten statt E-Mails? Du wirst es nie erfahren, wenn du es nicht probierst.

7. Nutze dein Netzwerk

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Du weißt nie, wer in deinem Netzwerk derjenige sein könnte, der dich mit deinem Traumkunden in Kontakt bringt. Via Unsplash

Das Wort „Netzwerk“ klingt für manche emotionslos, aber es ist eines der wichtigsten Tools in deinem Marketingarsenal. Wenn ein Freund dich fragen würde, ob du ihm mit einem Kontakt aushelfen könntest, würdest du dich nicht freuen, es zu tun? Manchmal muss man fragen, um etwas zu bekommen, und manchmal reicht es schon, die Leute wissen zu lassen, dass du neue Kunden suchst.

Überlege dir, eine personalisierte E-Mail an Freunde und Familie zu schicken, die dein aktuelles Portfolio enthält. Sei so genau wie möglich darin, wie sie dir helfen können – denn es gibt nichts Schlimmeres, als eine ungenaue Bitte. Kennen sie jemanden, der deine Dienste in Anspruch nehmen könnte? Suchen sie selbst nach jemandem, mit dem sie zusammenarbeiten können? Für eine Extraportion Karma solltest du das Gleiche für andere tun. Respektiere das Netzwerk, dann wird es dich respektieren.

Siehst du, war doch gar nicht so schwer, oder? Einfache, direkte Schritte, um dich selbst zu vermarkten. Ohne komisches Gefühl.

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Natürlich willst du das! Ein Portfolio auf 99designs kann dir dabei helfen.