4 Dinge über Stockmaterial, die man unbedingt wissen sollte

Christiane

Viele Grafikdesigner nutzen in ihren kreativen Schaffensprozessen ein spezielles Werkzeug, durch dessen Hilfe sie schnell tolle Designs erschaffen können: Stockmaterial. Stockbilder sind nahezu überall – in Online-Werbeanzeigen,  auf Unternehmenswebseiten, Autobahnplakaten und sicherlich in allerlei anderen Dingen, über die man sich noch nie viel Gedanken gemacht hat. Sicherlich erinnert sich jeder an eine Werbeanzeige, welche voll von sehr attraktiven Menschen war, die nahezu übertrieben glücklich im Büro, beim Abendessen oder bei einem Arzttermin zu sehen waren –  sehr wahrscheinlich waren diese Bilder Stockmaterial!

Wie hat Stockmaterial nun für eine Bedeutung für Euren Wettbewerb? Mit diesem Beitrag möchten wir Euch helfen, Stockmaterial in euren Designs besser identifizieren zu können und somit den Erwerb ihrer Nutzungsrechte sicherstellen könnt. Die Regeln und Richtlinien von 99designs verbieten Designern, Stockmaterial in z.B. Logo Wettbewerben zu nutzen, sie lassen es ihnen aber frei, diese in Entwürfen innerhalb anderer Wettbewerbskategorien z.B. Web- oder Flyerdesign zu verwenden. Auch wenn normalerweise Designer dazu verpflichtet sind, den Gebrauch von Stockmaterial anzugeben, ist es wichtig ein Grundverständnis von Stockmaterial zu haben, um es besser identifizieren zu können

Was genau ist ein Stockbild?

Wie man sich wohl mittlerweile denken kann, haben Stockbilder nichts mit dem englischen Wort “stocks”, also Investments, Aktien oder der Wallstreet zu tun. Derjenige, der es erfunden hat, wird allerdings dafür bezahlt. Stockbilder werden speziell erstellt oder fotografiert, um dann anschließend mit einer Nutzungslizenz verkauft zu werden. Designer verwenden Stockbilder für ihre Designs, um zum Beispiel ihren Kunden hochqualitative Fotos bieten zu können, ohne diese selber machen zu müssen. Fotoshootings zu organisieren wäre ein enorm großer Aufwand für Designer. Ein Bild von einer Skyline an einem perfekten sonnigen Tag (wie auf dem Bild siehe unten) zu bekommen würde die Designer gar nicht zu ihrer eigentlichen Arbeit kommen lassen. Bei dem Stockbildern, die auf 99designs genutzt werden, handelt es sich meistens um zwei Kategorien: Fotos und Vektorgrafiken.

Die meist genutzten Stockmaterial-Webseiten für Fotos sind Getty Images, Corbis, Shutterstock und iStockphoto. Dort können Designer in Sammlungen von tausenden von Fotos stöbern und jenes aussuchen, welches den gesuchten Vorstellungen und Nutzen entspricht.

Bildersuche
Bildersuche

Beispiel einer Stockfoto-Suche (via Getty Images)

Vektorbilder sind nicht-fotografierte, skalierbare Grafiken, deren Lizenz erworben werden kann. Wie bei Stockfotos, können Designer in Vektorgrafik-Sammlungen diejenige finden, die den Designvorgaben entspricht.

Vektorbilder

Vector image samples (via FreeVectors.org)

Werden Designer es mir sagen, wenn sie Stockmaterial benutzen?

Wie schon erwähnt, dürfen unsere Designer in Logo-Wettbewerben kein Stockmaterial benutzen. Wenn sie in anderen Design-Kategorien welches verwenden, so müssen sie es den Auftraggebern mitteilen (wir identifizieren und ermahnen proaktiv Designer, die dies nicht tun – Wir nehmen diese Sache sehr ernst!).  Die Mitteilung, die man in einem Fall von Stockmaterial erhält, enthält einen Link zu dem Bild, sodass man leicht zu der Quelle navigiert wird und die Lizenz erwerben kann.

Der Lizenz-Prozess

Lizenzen für Stockmaterial sind gewöhnlicherweise in zwei Kategorien einzuordnen:

Lizenzfrei bedeutet, dass sobald jemand eine Lizenz für ein Bild erworben hat, kann es mehrmalig benutzt werden, ohne das zusätzliche Gebühren zu zahlen sind. Es kann jedoch auch ein paar Einschränkungen geben, weshalb es wichtig ist, sich die Geschäftsbedingungen der Lizenz gutdurchzulesen.

Lizenzpflichtige Bilder sind in ihrer Nutzung eingeschränkt. Diese Einschränkungen können sich auf die Geschäftsart, den Ort oder die Dauer, für welche das Bild genutzt werden kann, beziehen.

Lizenzgebühren können sehr unterschiedlich sein, dennoch haben sie gewöhnlicherweise erschwinglichen Preis – wahrscheinlich wird es nicht mehr als die wöchentliche Summe eines täglichen Kaffee zum Mitnehmen einer bekannten Coffeeshop-Kette sein (für alle, die nicht Kaffee trinken: rechnet mit einem Preis von ca. 20$-50$ für eine Lizenz). Wenn man allerdings nicht die nötige Lizenz erworben hat und das Stockbild dennoch nutzt, kann es sehr teuer werden. Die Firmen, die diese Bilder besitzen, können illegale Nutzer unter anderem auf vierstellige Summen verklagen. Viele Stockbilder besitzen kodierte Tracking-Informationen, die diese auch nach Modifikationen leicht auffindbar machen.

Falls man sich nicht sicher ist, welche Lizenz für ein bestimmtes Bild erworben werden sollte, wäre es immer hilfreich, sich an den Anbieter zu wenden und um Rat zu fragen.

Die meisten Firmen, die Stockbilder in ihrem Branding und Marketing benutzen, haben in der Regel keine Probleme mit Lizenzen. Es gibt daher keinen Grund, auf die Nutzung von Stockmaterial zu verzichten– sie sind oft die Basis für viele tolle Designs. Dennoch ist es immer gut, eine Idee von Stockmaterial zu haben und dieses mit einem Blick zu erkennen.

Wie man Stockmaterial erkennt

Der einfachste Weg, Stockmaterial zu identifizieren, ist die Suche nach einem Wasserzeichen auf dem Bild selbst. Dieses Wasserzeichen zeigt meistens die Quelle des Bildes an, wie es auf dem unteren Bild zu sehen ist:

Stockbild-Beispiel von Shutterstock

Stockbild (via Shutterstock)

Allgemein ist davon auszugehen, dass es sich bei den meisten Fotografien, die in Designs verwendet werden, um Stockfotos handelt. Wenn der Designer selbst das Foto nicht gemacht haben sollte, wird es mit Sicherheit von einer Internetquelle stammen und eine Lizenz besitzen. Fragt am besten den Designer nach der Quelle und nach einem direkten Link dazu.

Es kann dafür schwieriger sein, zu beurteilen, ob nicht-fotografierte Bilder als Stockmaterial einzuordnen sind. Hilfreiche Tools, um dies herauszufinden, sind Bildersuchplattformen wie Google Images oder TinEye.com, welche ein von euch hochgeladenes Bild mit Milliarden von anderen Bildern vergleicht. Falls das Bild nicht an anderer Stelle auftaucht, kann es sich durchaus um ein originales Bild handeln.

Wenn man sich unsicher ist, kann man auch immer den Designer direkt fragen oder das 99designs Support-Team für Unterstützung kontaktieren. Falls ein Designer anbietet, die Lizenz zu erwerben, gilt zu bedenken, dass eine Lizenz meistens nicht übertragbar ist und auch für diesen Fall keine Klausel unseres Nutzungsrechteübertragungsvertrag greift und die Übertragung der Rechte sicherstellt. Die Designer müssten das wissen, dennoch liegt es am Ende in der Verantwortung des Auftraggebers, weshalb die Lizenzen besser gleich auf direktem Wege erworben werden sollten.

Es mag vielleicht nach viel Arbeit klingen, aber in Wirklichkeit wird es nur ein paar Minuten Eurer Zeit in Anspruch nehmen. Bei all der Mühe, die man auf sich nimmt, um ein Unternehmen erfolgreich zum Laufen zu bringen, sollte es am Ende nicht an einem Lizenzproblem des Designs scheitern, denn dieses sollte problemlos uneingeschränkt über Jahre.

Der Autor

Christiane
Christiane

Christiane arbeitet im Berliner 99designs Büro und steuert von hier die Inhalte des Blogs. Neben Bildern von Hundebabies und Videospielen kann sie sich vor allem für News aus dem Onlinemarketing Bereich begeistern - SEO, SEA, Social Media - you name it!

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